Warum fällt es so schwer, mit dem Abnehmen anzufangen?

Kennst du das auch?

  • Du möchtest unbedingt abnehmen, machst aber nicht den ersten Schritt.
  • Du willst mehr Sport treiben, bleibst aber auf der Couch sitzen.
  • Du bist unzufrieden mit deinem Leben und änderst trotzdem nichts.

Warum ist das so?

Warum ist aller Anfang so schwer?

Was hält dich davon ab, den ersten Schritt zu gehen und positive Veränderungen in deinem Leben einzuleiten?

Ich sehe insgesamt 4 Hindernisse, die das Anfangen so schwer machen:

1. Angst

Jeder hat Angst und das ist auf der einen Seite auch gut so. Hätten wir früher keine Angst vor dem Säbelzahntiger gehabt, dann würdest du jetzt nicht meine Worte lesen. Auch heute brauchen wir die Angst, um Gefahren richtig einschätzen zu können. Ansonsten würden wir ohne Sorgen einfach mal von einer Brücke springen.

Auf der anderen Seite hält uns die Angst davon ab, unsere Ziele zu erreichen. Wir fürchten, nicht gut genug zu sein. Wir vermeiden es, unsere Komfortzone zu verlassen, da wir nicht wissen, was uns dahinter erwartet. Deshalb fangen wir gar nicht erst an. Es nicht zu probieren scheint die bessere Option im Vergleich zum möglichen Scheitern und dem Ungewissen zu sein.

Das Problem ist, dass sich dann nichts in deinem Leben verändern wird. Im Gegenteil: Stillstand bedeutet Rückschritt. Deine Gesundheit wird weiter leiden und dein Gewicht eher zunehmen.

Wie kannst du nun diese Angst besiegen?

Zunächst glaube ich nicht, dass man Ängste ein für alle mal besiegen kann. Sie werden in irgendeiner Form immer da sein und dich durch dein Leben begleiten. Es geht darum, die Angst zu akzeptieren und dich ihr jedes Mal aufs Neue zu stellen. Denn wenn du mutig einen Schritt nach dem anderen machst, wirst du merken, dass die Angst langsam schwindet und alles gar nicht so schlimm ist. Dann realisiert du, dass sie nur eine Illusion in deinem Kopf ist, die verschwindet, sobald du dich ihr stellst.

Du hast nur dieses eine Leben. Glaub mir, du wirst dich am besten fühlen und am glücklichsten sein, wenn du Grenzen überwindest und weitere Farben zu deinem Lebensbild hinzufügst. Was ist so schlimm daran, ab und zu mal hinzufallen. Lerne daraus und mache weiter.

Es ist egal, ob du bereits unzählige Diäten hinter dir hast. Stelle dich deinen Ängsten und geh weiter vorwärts. Alles andere ergibt sich dann von selbst.

4 Fragen werden dir dabei helfen:

  1. Wovor genau hast du Angst? Stelle sie dir vor deinem inneren Auge vor.
  2. Was wird in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten und Jahren passieren, wenn du dich deiner Angst nicht stellst?
  3. Was ist das Schlimmste, dass passieren kann, wenn du dich deiner Angst stellst?
  4. Was ist das Schönste, dass passieren kann, wenn du dich deiner Angst stellst?

Probiere es einfach mal aus und du wirst feststellen, dass du keine Angst vor der Angst haben musst.

2. Erwartungen

Eine Erwartung ist eine Vorstellung in deinem Kopf. Das bedeutet, dass sie nicht zwangsläufig in der Realität eintreffen muss.

Je mehr Erwartungen du hast und je höher diese Erwartungen gesteckt sind, desto häufiger wirst du enttäuscht werden und gar nicht mehr mit dem Abnehmen weitermachen.

Wer hat bessere Aussichten auf Erfolg?

Person A erwartet von sich, dass sie in den nächsten 8 Wochen bis zum Urlaub noch 10 kg abnimmt. Sie will jeden Tag 1 Stunde Sport treiben und deutlich weniger essen. Die ersten Tage laufen noch super. Doch dann plagen sie Heißhungerattacken und sie sündigt einen Tag lang. Auch zum Sport kann sie sich an diesem Tag nicht überwinden. All ihre Erwartungen sind zunichte gemacht wurden. Sie ist am Boden zerstört und gibt auf.

Person B will auch abnehmen, aber ohne Stress. Die erste Woche nimmt sie 1 kg ab. In der zweiten Woche verändert sich ihr Gewicht nicht. Dies macht ihr aber nichts aus, da sie nicht erwartet hat, jede Woche Gewicht zu verlieren. Sie treibt weiter mehrmals pro Woche Sport, der ihr Spaß macht und schaut, dass sie mehr natürliche und weniger verarbeitete Lebensmittel isst. Die nächsten Monate wird sie Kilo um Kilo verlieren und ihr Wunschgewicht erreichen.

Ich empfehle hier nicht, nie wieder Erwartungen zu haben. Vielmehr geht es darum, dass dir eine Erwartung nützt. Was bringt dir ein sehr genauer Plan, den nur ein Roboter befolgen könnte?

Niemand ist perfekt. Dafür sind wir alle perfekt menschlich. Fehler passieren. Erwartungen werden nicht erfüllt. Mach trotzdem weiter und fange wieder an.

3. Vorausdenken

Das gesunde und dauerhafte Abnehmen ist ein langwieriger Prozess, der sich Wochen, Monate oder Jahre hinziehen kann, je nachdem wie viel Gewicht du verlieren willst. Viele machen den Fehler, sich diesen ganzen Weg zum Wunschgewicht schon vor dem Start vorzustellen. Das demotiviert extremst.

Stell dir einmal vor, du möchtest einen hohen Berg besteigen. Du stehst am Fuße des Berges und blickst nach oben. Du siehst den gesamten Weg, der vor dir liegt. Du bist dir nicht sicher, ob du das wirklich schaffen kannst.

Jetzt kommt der entscheidende Punkt: du musst den Berg nicht in einem Rutsch erklimmen. Teile dir die Besteigung in viele kleine Etappen ein.

Und so ist es auch beim Abnehmen. Konzentriere dich immer nur auf den einen Schritt, der vor dir liegt und blende alles andere aus. Was kümmert dich Schritt 2, wenn du noch nicht mal Schritt 1 gegangen bist?

Realisiere, dass wieder alles in deinem Kopf entschieden wird. Letztlich gibt es nur das Jetzt. Die Zukunft existiert nur in deinen Gedanken. Du hast also immer nur den aktuellen Schritt zu gehen.

Eine Reise von 10.000 Schritten beginnt 10.000 Mal mit einem Schritt.

Konzentriere dich immer nur auf diesen einen Schritt und es wird dir leichter fallen, mit dem Abnehmen anzufangen.

Wie könnte so ein Schritt aussehen? Hier sind ein paar Ideen:

  • Trinke nach dem Aufstehen ein Glas Wasser.
  • Koche dir eine gesündere Mahlzeit.
  • Achte bei einer Mahlzeit genau darauf, wann du satt bist und höre dann auf zu essen.
  • Nimm die Treppe statt dem Fahrstuhl.
  • Lass das Auto stehen und gehe eine kurze Strecke zu Fuß.
  • Kaufe ein gesundes Lebensmittel mehr ein und lass dafür ein ungesundes Lebensmittel weg, welches du sonst gekauft hättest.
  • Treibe für 15 Minuten zu Hause Sport.

Ein kleiner Schritt nach dem anderen. Alles weitere wird dann von selbst folgen.

4. Prioritäten

Wir leben nicht mehr in der Natur, wo wir uns täglich Gedanken über die Fortpflanzung und das Überleben machen müssen. Wir leben in einer Welt, in der immer mehr Menschen etwas von uns wollen. Immer mehr Verpflichtungen, immer mehr zu tun.

Ohne die richtigen Prioritäten geht es dann eben nicht mit dem Abnehmen vorwärts. Obwohl wir uns morgens vorgenommen haben, heute Sport zu treiben, stellen wir abends fest, dass wir es schlichtweg nicht getan haben.

Gandhi hat es auf den Punkt gebracht: „Handlung drückt Prioritäten aus.“ („Action expresses priorities.“) Wenn du abends auf der Couch faulenzt, dann ist dir dies in diesem Moment schlichtweg wichtiger als ein gesünderer Körper.

Um erfolgreich abzunehmen, musst du es für eine gewisse Zeit zu einer hohen Priorität in deinem Leben machen. Es muss dir wichtiger sein als das Surfen im Internet, Social Media und Fernsehen schauen. Wenn dir das Abnehmen wirklich etwas bedeutet, wirst du auch die nötige Zeit dafür finden.


Hast du Fragen zu diesem Artikel oder brauchst Hilfe beim Abnehmen? Dann benutze bitte das Kontaktformular und schildere dein Problem so genau wie möglich. Ich kann leider nicht versprechen, dass ich auf jede E-Mail antworte. Ich werde aber so oft es geht deine Fragen aufgreifen, um einen Artikel zu schreiben, der dir und vielen anderen Übergewichtigen mit ähnlichen Problemen hilft. Vielen Dank.

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