Haltbarkeit gebratenes Hähnchen – das musst du wissen

Hähnchenfleisch gehört zu den sensiblen Lebensmitteln, die bei unsachgemäßer Lagerung Lebensmittelerkrankungen und -vergiftungen hervorrufen können.

Das trifft insbesondere auf rohes Hähnchenfleisch, aber auch auf bereits gebratenes Hähnchen zu.

Die richtige Aufbewahrung und Zubereitung gegarter Brathähnchen kann den Verderb aufhalten oder verhindern und unangenehme Erkrankungen vermeiden.

In diesem Beitrag erfährst du, wie ein gegartes Brathähnchen gelagert wird, woran du merkst, dass du verdorbenes Hähnchenfleisch gegessen hast und wie eingefrorenes Brathähnchen aufgetaut wird.

Wie lange ist gebratenes Hähnchen haltbar?

Brathähnchen sind in Kühlschränken bei einer Temperatur zwischen 2 und 4 Grad Celsius 3-4 Tage haltbar.

Haltbarkeit gebratenes Hähnchen und richtiger Umgang (einfrieren, auftauen)

Zwischen 4 und 7 Grad Celsisius können gebratene Hähnchen 1-2 Tage in Kühlschränken aufbewahrt werden.

Im Gefrierschrank können Hähnchen bis zu vier Monate gelagert werden.

Bei Zimmertemperatur liegt die Haltbarkeit bei etwa 2 Stunden.

Wird ein Hähnchen gekocht, werden viele Keime und Bakterien abgetötet. Kühlt das Hähnchen aus, können sich Bakterien aus der Umgebung wieder auf und in dem Brathähnchen vermehren.

Die meisten dieser Erreger vermehren sich bei Temperaturen zwischen 4 und 60 Grad Celsius optimal.

Bakterien wachsen exponentiell, d.h. sie vermehren sich beispielsweise um 10% pro Stunde. Befinden sich nach dem Abkühlen 100 Bakterien auf dem Brathähnchen, sind es nach einer Stunde 110 Bakterien. Nach zwei Stunden sind es bereits 121 und nach 24 Stunden befinden sich 985 Bakterien darauf.

Die Lagerungsarten von gegarten Hähnchen im Überblick

Die Lagerung gebratener Hähnchen bei Zimmertemperatur

Bei Zimmertemperatur werden gebratene Hähnchen gelagert, die in den nächsten 1-2 Stunden verzehrt werden. Sie haben zum Verzehr die optimale Temperatur und müssen nicht erneut erhitzt werden.

Brathähnchen im Kühlschrank lagern

Im Kühlschrank sollten Brathähnchen dann gelagert werden, wenn sie in den darauffolgenden Tagen verzehrt werden.

Durch die kühleren Temperaturen verlangsamt sich die Vermehrung von Krankheitserregern und Schimmelpilzen.

Das Brathähnchen sollte unmittelbar nach dem Abkühlen in den Kühlschrank gestellt werden.

Gebratene Hähnchen einfrieren

Können gebratene Hähnchen nicht in den kommenden Tagen verzehrt werden, ist die Gefriertruhe die optimale Lagermöglichkeit für die nächsten vier Monate.

Die ideale Verpackung: Gebratenes Hähnchen richtig lagern

Gebratene Hähnchen sollten luftdicht verschlossen, aber nicht vakuumiert in sauberen Behältnissen aus Glas, Porzellan, Edelstahl oder Plastik gelagert werden.

Wird das Hähnchen in diesem Gefäß in der Mikrowelle erwärmt, darf kein Edelstahlbehälter genutzt werden.

Wie kann ich feststellen, dass das Hähnchen verdorben ist?

Gebratene Hähnchen werden anhand der Parameter Verbrauchsdatum, Konsistenz, Geruch, Geschmack und Aussehen vor dem Verzehr geprüft.

Das Verbrauchs- und Mindesthaltbarkeitsdatum

Hähnchen, die roh oder verzehrfertig abgepackt gekauft werden, haben auf der Verpackung entweder ein Verzehrs- oder Mindesthaltbarkeitsdatum.

Das Verzehrdatum wird bei leicht verderblichen Speisen auf die Verpackung gedruckt. Hierbei handelt es sich um ein Verfallsdatum.

Das Verfallsdatum zeigt im Gegensatz zu „Mindestens haltbar bis…“ auf, bis wann dieses Lebensmittel spätestens verzehrt werden sollte.

Rohes Fleisch wird immer mit einem Verzehrdatum versehen.

Bei gekochtem Fleisch wird in Abhängigkeit der Herstellungsverfahren und Verpackungen ein Mindesthaltbarkeits- oder ein Verzehrdatum aufgedruckt. Ein gebratenes Hähnchen sollte immer vor dem Ablauf des Verfalls- oder Mindesthaltbarkeitsdatums verzehrt werden.

Den Geruch und Geschmack des Hähnchens prüfen

Ein verdorbenes Hähnchen hat, insbesondere nach dem Aufwärmen, einen säuerlichen, fauligen oder stechenden Geruch.

Bei gebratenen Hähnchen ist beim Geruchstest Vorsicht geboten: die Würzung kann die für den Verderb typischen Gerüche überdecken. Ergänzend kannst du nach dem Geruchstest ein kleines Stückchen probieren.

Das Aussehen des gebratenen Hähnchens überprüfen

Ein gebratenes, frisches Hähnchen hat eine gleichmäßige Oberfläche. Beginnt die Haut zu schrumpeln, bilden sich Bläschen oder verändert sich die Farbe, können das Anzeichen dafür sein, dass verderbliche Prozesse ablaufen.

Schimmel und Pilze, die sich auf dem Brathähnchen bilden, können leicht an der farblichen Veränderung erkannt werden. Befinden sich auf dem Hähnchen weiße oder grünliche Beläge, muss es entsorgt werden.

Die Textur verdorbener Brathähnchen

Bei frischen Hähnchen ist die Oberfläche rutschig und glänzend. Verdorbene, frische Hähnchen haben eine klebrige Oberfläche.

Durch das Braten verändert sich die Oberflächenstruktur. Sie wird knusprig und fest. Verdirbt ein gebratenes Hähnchen, bildet sich eine feuchte, rutschige Schicht auf der Haut.

Was passiert, wenn ich verdorbenes Hähnchenfleisch esse?

Wenn ein verdorbenes Hähnchen gegessen wurde, hängen auftretende Symptome davon ab, wie lange das Lebensmittel bereits verdorben ist, welche krank machenden Erreger vorhanden sind und wie es zubereitet und gelagert wurde.

Krankheitsauslösende Pilze, Bakterien und Keime, die sich auf dem Fleisch oder im Inneren befinden, vermehren sich während der Lagerung exponentiell.

Hähnchenfleisch sollte daher nach der Zubereitung im Kühlschrank aufbewahrt, ausreichend erhitzt und schnellstmöglich verzehrt werden.

Ist das Hähnchen nicht durchgegart, unsachgemäß unter Luftausschluss zu warm gelagert und anschließend nicht ausreichend erhitzt worden, können Botulinum Neurotoxine für das Auftreten eines lebensmittelinduzierten Botulismus sorgen.

Botulismus ist eine schwerwiegende, seltene Erkrankung, die vermieden werden kann, wenn das Hähnchenfleisch vor dem Verzehr ausreichend erhitzt wird.

Salmonellen können ebenfalls nur dann in den Körper gelangen, wenn das Fleisch nicht durchgegart wurde.

Zudem kann eine Vielzahl anderer Erreger, darunter Staphylokokken, EHEC (enterohämorrhagisches E. coli) oder Clostridien Symptome im Magen-Darm-Bereich hervorrufen.

Der Staphylococcus aureus kann, wenn er sich auf dem Hähnchen befindet, während der Zubereitung über offene Wunden übertragen werden. Dieses Bakterium bildet ab Temperaturen von 15 Grad Celsius hitzestabile Gifte.

Bei gesunden Menschen rufen die Erreger häufig keine Symptome oder leichte Durchfallerkrankungen hervor.

Klassischerweise treten nach dem Verzehr verdorbener oder kontaminierter Lebensmittel Symptome im Magen-Darm-Trakt auf. Dazu gehören:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall.

Die Inkubationszeit beträgt 30 Minuten bis drei Tage.

Symptome, die durch den Verzehr eines verdorbenen Brathähnchens hervorgerufen werden, verschwinden in der Regel nach wenigen Stunden oder Tagen.

Verhalten vulnerabler Personen und bei ungewöhnlichen SymptomenTreten ungewöhnlich heftige oder für eine Lebensmittelinfektion oder -Vergiftung ungewöhnliche Symptome auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Schwangere, Kinder, ältere, vorerkrankte und immungeschwächte Menschen sollten sich beim ersten Verdacht einer lebensmittelinduzierten Erkrankung ärztliche Hilfe suchen.

Abschließender Tipp: Gebratenes Hähnchen richtig auftauen

Gebratenes Hähnchen kann für etwa vier Monate ohne Qualitäts- und Geschmacksverlust eingefroren und auf drei verschiedene Arten aufgetaut werden:

Langsames Auftauen im Kühlschrank

Das Hähnchen wird über Nacht im Kühlschrank aufgetaut und kann am nächsten Tag zubereitet werden.

Auftauen in der Mikrowelle

Alternativ kann das Hähnchenfleisch in der Mikrowelle mit der Defrost-Funktion aufgetaut werden. Die Dauer variiert je nach Leistung der Mikrowelle zwischen 5 und 10 Minuten.

Das Auftauen im Wasserdampf

Hier wird das Hähnchen in einen Dämpfeinsatz gegeben und mit anderen Bestandteilen einer Mahlzeit gekocht.

Wenn du keinen Dämpfaufsatz hast, kannst du das Brathähnchen auch auf köchelndes Gemüse legen. Diese Methode dauert ebenfalls etwa 10 Minuten.

Zusammenfassung

Brathähnchen können, wenn sie richtig gelagert, vor- und zubereitet werden, problemlos bis zu 4 Tage später verzehrt werden.

Du solltest neben der kühlen Lagerung auch auf ausreichend hohe Temperaturen beim Aufwärmen achten.

Bestehen Zweifel, sollte das Brathähnchen entsorgt werden.

Bist du nach der Zubereitung eines Brathähnchens nicht sicher, ob du es zeitnah verzehrst, friere es ein.

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