Der weltweite Anstieg des BMI

Der weltweite Anstieg des BMI

Eine aktuelle globale Studie zeigt, dass Übergewicht nicht nur ein deutsches Problem ist. Auch die globale Bevölkerung wird immer dicker. Innerhalb der vergangenen 40 Jahre stieg sowohl der weltweite Durchschnitts-BMI als auch die Anzahl übergewichtiger Personen drastisch an. Eine Entwicklung, die unser Gesundheitsbewusstsein aufwecken sollte.

Bis 2025 jeder Fünfte adipös

Die Menschen werden immer dicker – eigentlich ist dies keine neue Nachricht. Jedes Jahr weisen uns neue Untersuchungen und Studien darauf hin. Doch fällt die Betrachtung der zeitlichen Entwicklung hier eher gering aus. Schnell entsteht der Eindruck, dass es so schlimm doch gar nicht sei. Für einen besseren Gesamteindruck haben 700 Forscher der NCD Risk Factor Collaboration in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Daten von 20 Millionen Menschen aus 186 Ländern für die vergangenen 40 Jahre ausgewertet. Interaktive Karten und Graphen verdeutlichen das Ausmaß der Entwicklung von BMI und Übergewicht. Das Projekt findest du hier: ncdrisc.org.

1975 galten noch 105 Millionen als adipös (stark übergewichtig bzw. fettleibig) – bereits eine große Zahl. Doch 40 Jahre später (2014) sind es bereits 641 Millionen Menschen, die so viel Gewicht aufweisen, dass es gesundheitsschädliche Ausmaße annimmt. Die Zahl hat sich also versechsfacht.

Natürlich nahm auch die generelle Weltbevölkerung von 4 Milliarden auf über 7 Milliarden Menschen innerhalb dieser Zeit zu. Dennoch ist dieser rapide Anstieg mehr als alarmierend. Schreitet diese Entwicklung voran, wird 2025 bereits jeder fünfte Mensch adipös sein und damit seine Gesundheit gefährden. Schon heute gibt es etwa 55 Millionen Menschen, deren Gewicht ein kritisches Maß erreicht hat (BMI über 40), so dass Körperfunktionen beeinträchtigt werden.

Die Welt erreicht nur knapp Normalgewicht

Auch der weltweite Durchschnitts-BMI hat sich in den letzten vier Jahrzehnten zum negativen entwickelt. 1975 lag der BMI unter Männern noch bei gesunden 21,7 und bei Frauen bei 22,1. 2014 lag der Durchschnitts-BMI zwar immer noch im Normalgewicht-Bereich, kratzte jedoch bereits an der Grenze zum Übergewicht – Männer: 24,2 vs. Frauen: 24,4.

Im internationalen Vergleich wird deutlich – Übergewicht ist ein globales Problem. Allein in Deutschland liegt der Durchschnitts-BMI bei 25,6 und somit im Bereich von Übergewicht. Im europäischen Vergleich sind Irland, das Vereinigte Königreich und Griechenland jedoch die am stärksten bedrohten Länder, mit einem Wert von etwa 27. Den niedrigsten BMI erreichen wiederum unsere Nachbarn, die Schweizer, mit einem Wert von 23,7.

Obwohl die Amerikaner immer als ein dickes Volk verschrien werden, erreichen sie im internationalen Vergleich nicht den höchsten Wert, wenngleich ein BMI von 28,7 erschreckend hoch ist. Tatsächlich ist der höchste Wert mit 30,6 in Ägypten zu finden (weitere Zahlen im Überblick findest du hier: spiegel.de).

Wie konnte es dazu kommen?

Immer wieder gibt es Diskussionen über den Anstieg des BMI und der Zahl der übergewichtigen Menschen. Neue Studien bringen Gene und Enzyme zu Tage, die den Stoffwechsel beeinflussen und somit eine Mitschuld an der Gewichtszunahme tragen sollen. Sicher spielen solche Faktoren auch eine Rolle, doch sollten wir die Schuld nicht leichtfertig von uns abweisen. Die Hauptursache für Übergewicht ist und bleibt – eine einseitige, ungesunde Ernährung in Kombination mit Bewegungsmangel.

In den vergangenen vier Jahrzehnten hat sich die Welt, die Gesellschaft und die Kultur stark entwickelt. Eine Entwicklung hin zur Erleichterung des Alltags aber auch eine Entwicklung hin zur Trägheit und Bequemlichkeit. Den Großteil des Tages verbringen wir mit unserer Arbeit – häufig eine sitzende Tätigkeit in einem Büro – Bewegung gleich null. Trotz fehlender Bewegung sind wir allein aufgrund des Stresses am Feierabend nicht in Stimmung, frisch zu kochen. Es ist ja auch nicht nötig, denn die Lebensmittelindustrie liefert uns zahlreiche Fertiggerichte mit verstecktem Zucker oder Fast Food zum Mitnehmen mit einer großen Portion Fett obendrauf.

Die Welt ist hektisch – alles muss schnell gehen. Für Kochen, eine bewusste Ernährung, Bewegung oder Sport bleibt keine Zeit. Lieber das Auto zur Arbeit nehmen, das geht schneller. Lieber den Fahrstuhl benutzen – gemütlich und schnell die Etagen überwinden. Frisch und ausgewogen ernähren? Das kostet doch Zeit und Geld – oder nicht?

Die Zahlen zeigen jedoch, dass unser Gesundheitsbewusstsein gefragt ist. Wir müssen uns der Gefahren von Übergewicht bewusst werden und uns Zeit für unsere Gesundheit nehmen. Gleichzeitig weisen Experten daraufhin, dass ein Punkt erreicht ist, an dem auch Hilfe von der Regierung gefragt ist. Zuckersteuern und ähnliche Maßnahmen werden wieder heiß diskutiert. Dennoch bist am Ende du selbst gefragt aktiv zu werden – und das ist gar nicht so schwer wie du vielleicht denken magst.

Ernähre dich schrittweise immer häufiger von natürlichen Lebensmitteln, die so wenig wie möglich verarbeitet wurden und gönne dir regelmäßig Bewegung, am besten durch eine Sportart, die dir Spaß macht und dich gut fühlen lässt.

Der BMI im Überblick

Nach all diesen Zahlen und Fakten über den BMI fragst du dich vielleicht, wovon hier überhaupt gesprochen wird. Fassen wir daher noch einmal die wichtigsten Informationen zum BMI zusammen.

Der BMI ist der sogenannte Body Mass Index – ein Indexwert, der das Verhältnis zwischen Körpergröße und Gewicht widerspiegelt. Dabei wird eine Kategorisierung der Werte in Untergewicht (BMI < 20), Normalgewicht (20 - 25), Übergewicht (26 - 30) und Adipositas Grad I (31 - 40) und II (BMI > 40) vorgenommen. Berechnet wird der Wert aus dem Körpergewicht dividiert durch die Körpergröße im Quadrat (Formel und Rechner findest du hier: euroclinix.de)

Entsprechend des Geschlechts und Alters ergeben sich leicht andere Werte-Einteilungen. Nicht immer gibt der BMI einen 100%-ig korrekten Aufschluss über ein vorhandenes Gesundheitsrisiko bzw. sollte die Klassifizierung nicht zu starr betrachtet werden, da keine Unterscheidung von Muskelmasse und Körperfett erfolgt. Dennoch gibt der Wert einen ersten Anhaltspunkt über das eigene Gewicht. Mehr Informationen zum BMI findest du im Beitrag: BMI – Ist die Maßeinheit zur Gewichtsklassifikation noch aussagekräftig?


Hast du Fragen zu diesem Artikel oder brauchst Hilfe beim Abnehmen? Dann benutze bitte das Kontaktformular und schildere dein Problem so genau wie möglich. Ich kann leider nicht versprechen, dass ich auf jede E-Mail antworte. Ich werde aber so oft es geht deine Fragen aufgreifen, um einen Artikel zu schreiben, der dir und vielen anderen Übergewichtigen mit ähnlichen Problemen hilft. Vielen Dank.