Ist Schokolade gesund? Wir nehmen Kakao unter die Lupe…

Ist Schokolade gesund? Ist Kakao gesund? Schokolade unter der Lupe

Immer wieder stellt sich die Frage, ob Schokolade gesund oder doch eher ungesund ist.

Die schlechte Nachricht: Diese Frage lässt sich so pauschal gar nicht beantworten. 

Schokolade gilt als Stimmungsaufheller, als ausgezeichneter Stress-Killer und auch als bewährter Seelentröster.

Unter den Süßwaren belegt die Schokolade definitiv die vorderen Ränge auf der Beliebtheitsskala. Das liegt zum einen am unwiderstehlichen, zart-schmelzenden Geschmack und zum anderen an der breit gefächerten Vielfalt der erhältlichen Schokoladensorten. 

Gleichzeitig hat die Schokolade jedoch auch den Ruf, ein Dickmacher zu sein.

Doch was trifft nun tatsächlich zu: Ist Schokolade gesund oder doch nur eine Kalorienbombe?

Wir haben einen genaueren Blick darauf geworfen. Das Ergebnis wird dich garantiert erstaunen!

Schokolade – woher kommt sie eigentlich? 

Die Ur-Schokolade wurde von den Maya in Zentralamerika sowie von den Azteken in Mexiko zum ersten Mal entdeckt. Bei den Azteken galten Kakaobohnen sogar als Zahlungsmittel! 

Mit der Zeit fanden sie schließlich heraus, dass sich aus den Bohnen des Kakaobaumes Kakao herstellen und weiterverarbeiten lässt.

Früher war Schokolade nur den wohlhabenden Menschen, Adeligen und dem Klerus vorbehalten.

Kakao wurde nach militärischen Siegen, nach erfolgreichen Geschäftsabschlüssen oder auf Hochzeiten getrunken. Auch Verstorbenen wurden Kakaobohnen als Grab-Beilage mit auf die letzte Reise gegeben. Als Zahlungsmittel galten die Bohnen sogar noch bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts. 

Im 17. Jahrhundert wurde die Schokolade im heutigen Mexiko zu einem echten Volksgetränk. 

Auch im europäischen Raum wurde die Schokolade immer beliebter: So liebte der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. das schokoladige Getränk. Nach Mitte des 18. Jahrhunderts hatten auch wohlhabendere Handwerker und Kaufleute die Möglichkeit, sich den Kakao zu leisten. 

Es begann sich allmählich ein immer größerer Markt zu entwickeln: Niederländer, Franzosen, Spanier, Portugiesen und auch Engländer legten immer mehr Kakaoplantagen an und Kolonialherren brachten den Kakaobaum schließlich an die Elfenbeinküste, nach Ghana sowie nach Nigeria. 

Jährlich werden ungefähr vier Millionen Tonnen Rohkakao produziert: Dreiviertel davon kommen aus Westafrika. 

Auch auf dem südamerikanischen Kontinent, im heutigen Ecuador, werden seit über 5000 Jahren Kakaobäume angepflanzt.

Dieses Gewächs gedeiht prächtig in einem feucht-warmen Klima.

Ein Kakaobaum kann pro Jahr hunderttausende kleine Blüten hervorbringen, die zwischen den wachsenden sowie den reifen Früchten sprießen. Aus botanischem Blickwinkel ist der Kakaobaum eine wahre Rarität. Die Früchte des Kakaobaums sind zwischen 15 und 25 Zentimeter lang und können ein Gewicht von bis zu 500 Gramm erreichen. Im Inneren der Frucht liegen – eingebettet in weißem Fruchtfleisch – rund 30 bis 40 Samen: Aus ihnen entstehen im späteren Veredelungsvorgang die wertvollen Kakaobohnen. 

Die Kakaobohnen sind die Grundlage für die weitere Schokoladenherstellung.

Die Bohnen sind äußerst reich an kostbaren Inhaltsstoffen, weshalb sie zu Recht als „Superfood“ gelten.

Werfen wir einen genaueren Blick darauf…

Rund die Hälfte der Kakaobohnen besteht aus Kakaobutter.

Kakaobohne - ein sehr besonderer Nährstoff.

Des Weiteren stecken darin reichlich Proteine, Magnesium, Eisen, Kalzium, wertvolle Polyphenole sowie Gerbstoffe. Insbesondere die Polyphenole, wertvolle Pflanzenschutzstoffe, sollen besonders positive Auswirkungen auf die Gesundheit den menschlichen Organismus entfalten können. 

Doch bedeutet das dann automatisch, dass Schokolade gesund ist?

Genau diese Frage möchten wir nun im weiteren Verlauf klären. 

Welche Wirkungen hat Schokolade auf den Körper des Menschen?

Doch was ist nun tatsächlich an den Behauptungen dran, dass Schokolade gesund ist? 

Mediziner und Wissenschaftler haben festgestellt, dass beim Naschen von Schokolade die beiden körpereigenen Hormone Endorphin und Serotonin ausgeschüttet werden. Das hat eine stimmungsaufhellende Wirkung, die das gesamte Wohlbefinden erhöht. 

Des Weiteren können die wertvollen Fettsäuren, die in der Kakaobutter enthalten sind, das Gesamt-Cholesterin im Körper senken: Das „schlechte“ LDL-Cholesterin kann reduziert werden, während der Spiegel des „guten“ HDL-Cholesterins erhöht wird.

Sogar die Thrombosegefahr kann gesenkt werden (1).

Insbesondere rohem Kakao werden zahlreiche positive gesundheitliche Effekte zugeschrieben, die zum Teil sogar durch wissenschaftliche Studien belegt sind (2).

Ist Kakao gesund? Hier gibt es die Antwort…

Kakao gilt tatsächlich als so gesund, weil er zahlreiche wertvolle Antioxidantien, ungesättigte Fette, Vitamine, Ballaststoffe und Mineralien enthält – also richtige Powerstoffe für Ihren Körper.

Welche Stoffe im Detail enthalten sind und wie diese im menschlichen Körper wirken, erfährst du jetzt. 

Flavonoide

In Rohkakao stecken wertvolle Flavonoide.

Hierbei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die positive Effekte auf die Gefäße haben können.

Flavonole können die Gefäßelastizität und ebenso die Durchblutung verbessern. Zudem bringen sie dadurch den Blutdruck in Balance und regulieren den Herzschlag, bedingt durch eine gefäßerweiternde Wirkung. 

Sekundären Pflanzenstoffe werden zur Gruppe der Antioxidantien gezählt, die schädliche freie Radikale neutralisieren können. Diese Zell-angreifenden Substanzen resultieren als Abfallprodukte des Energiestoffwechsels und sind beispielsweise in wesentlichem Maße für die Hautalterung verantwortlich. 

Des Weiteren binden Antioxidantien schädliche Stoffe im Körperinneren und unterstützten die Ausleitung dieser Toxine aus dem Organismus. 

Magnesium

Kakao gilt als größte pflanzliche Magnesium-Quelle.

Davon profitieren zum Beispiel Sportler, denn dieser Mikronährstoff kann den Stoffwechsel pushen und versorgt die Muskulatur mit wertvoller Energie.

Gleichzeitig kräftigt Magnesium die Herzmuskulatur und unterstützt den Knochenaufbau. 

Der Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen beim Workout bringt auch den Mineralstoffhaushalt aus dem Gleichgewicht. Aus diesem Grund muss dieser nach dem Sport mit Magnesium wieder ausgeglichen werden. 

Eisen

Im Vergleich zu Lamm- oder Rindfleisch steckt in Kakao die dreifache Eisenmenge.

Selbstverständlich werden eher 100 Gramm Fleisch als 100 Gramm Kakao gegessen, dennoch gehört Rohkakao zu den bedeutsamsten Eisenlieferanten. 

Koffein

In Schokolade ist zudem auch Koffein enthalten.

Zwar nicht so viel wie in Kaffee dennoch stimuliert auch Schokolade das zentrale Nervensystem.

So kann auch Schokolade wacher machen und die Konzentration fördern. 

Theobromin

Auch Theobromin ist vielen Menschen nicht wirklich bekannt, dennoch ist diese Substanz in Schokolade enthalten.

Hierbei handelt es sich um eine sogenannte psychotrope Substanz aus der Gruppe der Stimulanzien.

Das heißt, dass auch Theobromin eine anregende Wirkung auf das Nervensystem des menschlichen Körpers haben kann. Ebenso regt dieser Stoff die Nierentätigkeit an und hat zudem auch eine gefäßerweiternde Wirkung. 

Helle oder dunkle Schokolade: Welche ist tatsächlich gesünder?

Der Zuckergehalt ist von entscheidender Bedeutung, wenn es um die Beurteilung geht, ob Schokolade gesund ist oder nicht. 

Je heller die Schokolade ist, desto höher ist im Allgemeinen auch der Zuckeranteil.

Dass gewöhnlicher Haushaltszucker nicht gesundheitsförderlich ist, ist mittlerweile hinreichend bekannt.

Der Grund: Ein zu hoher Zuckerkonsum bewirkt einen sehr raschen Anstieg des Blutzuckerspiegels im Körper. Die Bauchspeicheldrüse schüttet daraufhin das Hormon Insulin aus, um den Blutzuckerspiegel wieder zu senken. Im Anschluss fällt dieser rasant ab, wodurch Heißhungerattacken entstehen und der Körper erneut nach Zucker verlangt (mehr zu diesem Thema im Beitrag „Weg der Nahrung“).

Ein Teufelskreis also.

Anders ausgedrückt: Helle Schokolade hat einen hohen Zuckeranteil und lässt den Blutzuckerspiegel schnell Achterbahn fahren. Das führt dazu, dass wir noch mehr essen und dem Körper letztlich viel zu viel Zucker zuführen. 

Dunkle Schokolade hat hingegen einen geringeren Zuckeranteil.

Hier gilt: Je dunkler die Schokoladensorte ist, desto höher ist auch der Kakaoanteil und desto geringer ist der Zuckergehalt.

Beim Verzehr der dunklen Schokolade wird natürlich auch hier Insulin ausgeschüttet, jedoch in einer deutlich geringeren Menge. Der oben beschriebene Prozess läuft also deutlich langsamer ab und auch unerwünschte Heißhungerattacken bleiben aus. 

Besonders wertvoll sind die Flavonoide in dunkler Schokolade.

Leider werden diese von vielen Schokoladenherstellern entfernt, denn sie haben einen recht bitteren Geschmack. Natürlich sind die hellen und somit süßeren Schokoladen viel beliebter, doch sie haben einfach nicht den Gesundheitswert, mit dem dunkle Schokolade überzeugen kann.

Denn gerade Flavonoide sollen den Blutfluss optimieren und somit auch eine wertvolle Prävention von koronaren Herzerkrankungen und Schlaganfall sein.

Auch Wissenschaftlicher haben sich in Studien mit diesem Thema beschäftigt. Sie konnten beispielsweise feststellen, dass bereits kleinste, wöchentlich verzehrte Mengen an Schokolade mit einem Kakaoanteil von über 70 % dazu beitragen können, das Schlaganfallrisiko um 17 % zu senken (3). 

Die Inhaltsstoffe und der Kaloriengehalt von Schokolade

Schokolade ist ein sehr fett- und zuckerreiches Genussmittel und erscheint somit alles andere als gesund.

Wie bereits erwähnt kommt es hier aber auf den Kakaoanteil an.

Je nachdem, ob es sich um weiße Schokolade, um Vollmilch- oder um dunkle Schokolade handelt, können die Inhaltsstoffe variieren. 

Schokolade gesund? Welches ist die beste Sorte für unseren Körper?

Alle Schokoladensorten enthalten im Schnitt jedoch recht viele Kalorien, nämlich zwischen 500 und 550 Kalorien: Das entspricht rund einem Viertel des täglichen Energiebedarfs eines Erwachsenen. Genau berechnen kannst du deinen Energiebedarf und Grundumsatz hier

Weiße Schokolade

Sie gilt als ungesündeste Schokoladensorte, denn sie enthält den höchsten Kalorien- und Zuckeranteil.

100 Gramm enthalten rund 63 Gramm Zucker und satte 30 Gramm Fett. 

Vollmilchschokolade

Diese Schokoladensorte hat einen ähnlichen Kaloriengehalt, doch mit 57 Gramm Zucker pro 100 Gram einen etwas geringeren Zuckeranteil.

Der Fettgehalt beträgt bei Vollmilchschokolade rund 29,5 Gramm und ist somit ähnlich hoch wie bei weißer Schokolade. 

Dunkle Schokolade

Diese Schokoladensorte ist in der Regel die gesündeste Wahl.

Mit knapp 500 Kalorien pro 100 Gramm enthält sie ungefähr 50 Kalorien weniger als weiße oder Vollmilchschokolade.

Des Weiteren stecken in ihr „nur“ rund 40 Gramm Zucker und ungefähr 30 Gramm Fett. 

Ist Schokolade also ein ungesundes Genussmittel? 

Mit einem kategorischen Nein lässt sich diese Fragestellung nicht beantworten.

Selbstverständlich liefert Schokolade reichlich Kalorien. Eine Tafel Schokolade entspricht umgerechnet einem durchschnittlichen Mittagessen.

Wer jedoch Schokolade in Maßen verzehrt, braucht sich keine Gedanken zu machen. Wie bei vielen Dingen im Leben gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift!

Ein zu hohes Körpergewicht infolge eines übermäßigen Zuckerkonsums entsteht nicht von heute auf morgen. Vielmehr ist es ein langfristiges einseitiges Essverhalten und ungesunde Ernährungsgewohnheiten, die zu Übergewicht führen. Auch das tägliche Maß an Bewegung und der Schlafrhythmus spielen eine wesentliche Rolle, wenn es um ein gesundes Körpergewicht geht. 

Wer sich ausgewogen ernährt und ausreichend bewegt, kann auch hin und wieder ein Stückchen Schokolade in den Ernährungsplan integrieren. 

In gesundheitlicher Hinsicht sollte aber noch ein wesentlicher Aspekt ausreichend Beachtung finden: Die Bohnen des Kakaobaums können sich mit dem Schmermetall Cadmium anreichern: Diese Substanz kann zu Knochen- und Nierenschäden führen und gilt sogar als krebserregend (4). 

Cadmium gelangt durch unterschiedliche Nahrungsmittel in den Körper des Menschen. Insbesondere Edel-Kakaosorten, die aus dem südamerikanischen Raum stammen, können einen hohen Cadmiumgehalt enthalten: Das sagt auch Dr. Gisela Olias vom Leibnitz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der TU München.

Der Hintergrund ist dabei folgender: Kakaopflanzen gedeihen in Anbaugebieten Südamerikas auf sehr vulkanischen Böden, die von Natur aus sehr cadmiumreich sind. Seit dem Januar 2019 gelten in der Europäischen Union jedoch feste Cadmium-Grenzwerte für Schokolade und auch für andere Nahrungsmittel.

Diese Grenzwerte basieren jedoch auf einem moderaten Schokoladenkonsum.

Aus diesem Grund raten Experten, vor allem auch dunkle Schokoladensorten, nur in Maßen zu genießen. 

Schokolade und Abnehmen – kann das funktionieren? 

Generell stecken also in dunkler Schokolade mehr gesunde Inhaltsstoffe.

Doch nur weil Schokolade gesund sein kann, heißt das noch nicht, dass man sie auch bedenkenlos naschen kann.

Insbesondere beim Abnehmen spielt nämlich der Energie- und der Zuckergehalt eine zentrale Rolle! 

Dennoch ist es auch während eines Diät-Programms erlaubt, hin und wieder ein kleines Stückchen zu naschen.

In einem solchen Fall sollte es dann aber eine Sorte sein, die einen Kakaoanteil von mindestens 70 % besitzt.

Die dunkle Variante überzeugt nicht nur durch gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe, sondern auch durch ein intensives Aroma. Dieser intensiv-bittere Geschmack dämpft zugleich die Heißhungergelüste und sorgt somit dafür, dass man insgesamt weniger isst.

Indem also nur ein kleines Stückchen gegessen wird, werden weniger Kalorien aufgenommen und das ist im Rahmen einer Gewichtsreduktion von entscheidender Bedeutung: Eine Gewichtsreduktion kann nur durch eine negative Energiebilanz erfolgreich sein, das heißt, wenn insgesamt mehr Kalorien verbrannt als aufgenommen werden. 

Des Weiteren stecken im Kakao wertvolle Catechine, die den Stoffwechsel ankurbeln können. Die in der Schokolade enthaltenen Antioxidantien regulieren zudem den Blutzuckerspiegel und vermeiden auf diese Weise unerwünschte Heißhungerattacken.

Das sind beides Aspekte, die im Rahmen einer Gewichtsreduktion von besonderer Bedeutung sind. 

Wer im Rahmen einer Gewichtsreduktion Schokolade naschen möchte, sollte auch unbedingt darauf achten, ausreichend Bewegung in den Alltag zu integrieren. 

Ein kleines Stückchen Schokolade – sechs Gramm – enthält rund 30 Kalorien. Um diese wieder zu kompensieren, reicht beispielsweise ein Viertel stündiger Spaziergang in der freien Natur.

Woran erkennt man gute Schokolade – Qualitätsmerkmale 

Wenn du die Schokoladenqualität überprüfen möchtest, solltest du unbedingt auf die Inhaltsstoffe achten. Gönne dir lieber weniger Schokolade, doch dafür ein hochwertiges Produkt.

In einer guten, hochqualitativen Schokolade sollten keine Aromastoffe enthalten sein – zum Beispiel echte Vanille anstatt Vanelin. Ebenso sollten Früchte oder hochwertige Gewürze in der Schokolade stecken und keine Aromen oder Zusätze. 

Eine Schokolade, die kein Bio-Siegel auf der Verpackung enthält, muss nicht zwangsläufig von minderer Qualität sein. Häufig können sich die zuständigen Kakaobauern die Bio-Zertifizierung schlichtweg nicht leisten.

Sie können sich in der Regel jedoch auch keine teuren Pestizide leisten.

Das bedeutet also, dass eine Schokolade auch ohne Bio-Zertifizierung schadstofffrei sein kann. 

Welche Effekte hat Schokolade auf die menschliche Psyche? 

Schokolade hat, wie eingangs angesprochen, eine anregende und stimmungsaufhellende Wirkung.

Dafür ist unter anderem der Inhaltsstoff Theobromin verantwortlich. 

Ebenso steckt in Schokolade ein hoher Anteil der Aminosäure Tryptophan, der eine stimmungsaufhellende und sogar gewichtssenkende Wirkung zugeschrieben wird.

Tryptophan findet sich im Übrigen auch noch in anderen Nahrungsmitteln, so zum Beispiel in Sojabohnen, in Cashews und auch in ungesüßtem Kakaopulver.

Der Körper des Menschen wandelt Tryptophan zu Serotonin um.

Je mehr von dieser Aminosäure ins Gehirn gelangt, desto mehr Serotonin entsteht.

Der Zucker, der in der Schokolade enthalten ist, unterstützt diesen Wirkmechanismus sogar noch. Er regt nämlich die Bauchspeicheldrüse an, Insulin zu produzieren und auszuschütten: Dadurch gelangt Tryptophan noch leichter ins Gehirn und der Serotoninspiegel steigt zunehmend an. Dass dieser Prozess jedoch auch einen negativen Aspekt mit sich bringt, haben wir bereits in einem vorangegangenen Kapitel besprochen.

Tryptophan soll sogar depressive Symptome lindern können und so haben sich auch Forscher in Studien gefragt, ob Schokolade bei Depressionen unterstützen kann (5). 

Zusätzlich zu Tryptophan sind in Schokolade auch noch die beiden Inhaltsstoffe Phenylethylamin und Anandamid enthalten. Beide Stoffe sollen sich positiv auf die seelische Verfassung auswirken. In Schokolade sind diese Inhaltsstoffe jedoch in so geringer Menge enthalten, dass sie vermutlich keine signifikante Wirkung entfalten. 

Dennoch kann die Schokolade mit ihren wertvollen inhaltlichen Bestandteilen für mehr Wohlbefinden, eine glückliche Stimmung und einen wachen Geist sorgen.

Fazit – ist Schokolade gesund? 

Zusammenfassend lässt sich die Frage, ob Schokolade gesund ist, mit einem „J-ein“ beantworten.

Es kommt wesentlich auf die Schokoladensorte und auch auf die Menge an!

Grundsätzlich werden dem Kakao, aus dem Schokolade hergestellt wird, zahlreiche gesundheitsförderliche Eigenschaften zugeschrieben. Je dunkler die Schokolade ist, desto höher ist der Kakao-Gehalt. Je höher der Kakaoanteil ist, desto größer sind die positiven Effekte für die Gesundheit. 

Weiße Schokolade ist hingegen überhaupt nicht gesund, sondern nur eine Fett- und Zuckerbombe! 

Dunkle Edelbitter-Sorten kannst du dir hingegen hin und wieder gerne gönnen und mit viel Genuss auf der Zunge zergehen lassen.

FAQ – die wichtigsten Facts nochmals im Überblick 

Was passiert im Organismus beim Verzehr von Schokolade?

Wird weiße oder Vollmilchschokolade verzehrt, lässt das den Blutzuckerspiegel schnell sehr rasant ansteigen. Dafür verantwortlich ist der enthaltene Zucker. 
Der hohe Blutzuckerspiegel führt zu einer hohen Insulinausschüttung und das hemmt wiederum den Fettabbau im Körper. Es kommt zu Heißhungerattacken und vor allem im Rahmen einer Gewichtsreduktion zu unerwünschten Effekten. 

Bei dunkler Schokolade setzen die Gelüste auf kalorienreiche Nahrungsmittel hingegen erst deutlich später ein. Die Bitterstoffe grenzen den Heißhunger ein und führen somit dazu, dass insgesamt früher mit dem Naschen aufgehört wird. Das hält auch die Kalorienbilanz in einer ausgewogenen Balance. 

Kann der Schokoladengenuss süchtig machen? 

Beim Schokoladengenuss kann nicht von einer Sucht im klassischen Sinne gesprochen werden. Psychologen sprechen eher von einer Verhaltenssucht: Der Schokoladengenuss aktiviert das Belohnungszentrum im menschlichen Gehirn. Wenn wir sehr fett- oder zuckerreiche Nahrungsmittel aufnehmen, wird im Gehirn der Neurotransmitter Dopamin ausgeschüttet. Das wiederum führt zu einer Endorphin-Freisetzung, also zu Glücksgefühlen. 

Hin und wieder ein wenig Schokolade zu naschen ist völlig unproblematisch. Täglich eine Tafel zu verzehren sollte hingegen unbedingt vermieden werden, dann langfristig kann der enthaltene Zucker nicht nur die Zähne schädigen, sondern auch die Entstehung von Übergewicht begünstigen. 

Auf lange Sicht würde das nicht mehr zu Glücksgefühlen, sondern vielmehr zu einer ausgeprägten Unzufriedenheit führen. 

Ist dunkle Schokolade gesund?

In dunkler Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil von mindestens 70 % sind wertvolle Pflanzenstoffe wie zum Beispiel Flavonoide enthalten. Sie kommen in Edelbitter-Schokolade in deutlich größeren Mengen als in Vollmilchschokolade vor. Diese sekundären Pflanzenstoffe und Antioxidantien können sich sehr positiv auf den Organismus auswirken. Grundsätzlich gilt: Je höher der Kakaogehalt ist, desto größer sind auch die gesundheitlichen Vorteile.

Grundvoraussetzung ist hier jedoch, dass auch dunkle Schokolade in Maßen genossen wird. Pro Tag sind Portionen von bis zu 20 Gramm ein guter Richtwert. Der hohe Fett- und Kaloriengehalt darf nämlich nicht aus dem Blick verloren werden. 

Senkt der Schokoladengenuss tatsächlich die Stresshormon-Produktion? 

Die in der Schokolade enthaltenen Flavonoide senken die Produktion der Stresshormone im Körper. Je mehr Flavonoide enthalten sind, desto geringer ist die Stresshormon-Freisetzung und desto größer ist der Schutz für das Herz-Kreislauf-System. 

Stresshormone wie zum Beispiel Cortisol signalisieren dem Körper, Fettreserven zu bilden, um sich vor dem Stress zu schützen. So wirkt Schokolade stressmindernd und beruhigend (6). 

Quellennachweis

1. Ugb, V. F. U. G. (2020, Juli 29). Dunkle Schokolade gut fürs Herz – gesunde Süßigkeit Kakaobutter Kakaobohnen Procyanidine gesättigte Fette Flavonoide Blutdruck Insulinspiegel Cholesterinwerte – UGB-Gesundheitsberatung. (c) 2014 UGB. Abgerufen 25. Juli 2020.
https://www.ugb.de/forschung-studien/dunkle-schokolade-fuers-herz/ 

2. Pomer, L. (2020, Januar 14). Dunkle Schokolade ab 70 %: Studie zeigt, wie gesund sie ist. FITBOOK. Abgerufen 25. Juli 2020. https://www.fitbook.de/news/dunkle-schokolade

3. Schade, F. (2018, März 22). Wenn bittere Schokolade den Blutfluss erleichtert – Flavonoide in der Primärprävention von Schlaganfall und koronaren Herzkrankheiten [64]. Assmann-Stiftung für Prävention. Abgerufen 25. Juli 2020.
https://www.assmann-stiftung.de/wenn-bittere-schokolade-den-blutfluss-erleichtert-flavonoide-der-primaerpraevention-von-schlaganfall-und-koronaren-herzkrankheiten-64/ 

4. DAZ 2010, Nr. 5, S. 102. (2010, Februar 4). Zu viel Cadmium in edler Schokolade? DAZ.online. Abgerufen 25. Juli 2020. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2010/daz-5-2010/zu-viel-cadmium-in-edler-schokolade 

5. Jackson, S.E., et. al. (2019, Juli 29). Is there a relationship between chocolate consumption and symptoms of depression? A cross-sectional survey of 13,626 US adults. Abgerufen: 26.07.2020
https://doi.org/10.1002/da.22950

6. Wirtz, P.H. (PhD) et. al. (2014, June, 3). Dark Chocolate Intake Buffers Stress Reactivity in Humans. (Journal of the American College of Cardiology (JACC), 2014; doi: 10.1016/j.jacc.2014.02.5

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