Warum Übergewicht die Erkennbarkeit von Prostata-Erkrankungen verschlechtern kann

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Prostata-Erkrankungen korrelieren mit dem sogenannten PSA-Wert, der spätestens ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig kontrolliert werden sollte.

In diesem Beitrag möchten wir näher auf diesen PSA-Wert eingehen.

Außerdem werfen wir einen genaueren Blick auf Studien, die untersucht haben, inwieweit Übergewicht den PSA-Wert beeinflussen kann.

Prostata-Erkrankungen: Was ist der PSA-Wert?

Das Prostataspezifische-Antigen (PSA) kann bei einer einfachen Blutuntersuchung kontrolliert werden.

Das Ergebnis wird als PSA-Wert bezeichnet und lässt Rückschlüsse auf Erkrankungen oder Veränderungen der Prostata zu.

Eine Diagnose ist der Wert allein allerdings noch nicht.

Hierfür sind weitere Untersuchungen erforderlich, zu denen neben dem Abtasten auch bildgebende Verfahren gehören.

Zudem sollte der PSA-Wert aller sechs bis zwölf Monate überprüft werden, denn nicht nur die Höhe ist aussagekräftig, sondern auch die Veränderungen des Wertes.

Welcher PSA-Wert ist unbedenklich?

Ein Wert zwischen 0,1 und 1 ng/ml wird als unauffällig betrachtet. Tritt bei diesem aber eine schnelle Steigerung auf, kann das ein erster Hinweis und damit entscheidend sein.

Bestehen keine Symptome, reicht eine Überprüfung pro Jahr aus.

Bei 1 bis 2 ng/ml als stabiler Wert sollte die Kontrolle halbjährlich erfolgen. Dies ist wichtig, um eine Erhöhung schnellstmöglich festzustellen und falls nötig die entsprechenden Schritte zu ergreifen.

Alle Werte darüber sollten eine sofortige Bildgebung und weitere Untersuchungen nach sich ziehen.

Bedeutet ein erhöhter PSA-Wert Prostatakrebs?

Nein, nicht zwangsläufig. Der Wert kann aber durchaus ein Hinweis auf Krebs oder eine Vorstufe davon sein. Das gilt auch dann, wenn bisher keine Beschwerden in diesem Bereich bestehen.

Eben dadurch sind krankhafte Veränderungen tückisch.

Während sich eine benigne – also gutartige – Vergrößerung der Prostata oftmals mit Problemen beim Wasserlassen und durch Auswirkungen auf die Potenz bemerkbar macht, kann Krebs also ohne die Feststellung des PSA-Werts längere Zeit unerkannt bleiben.

Spätestens ab dem 40. Lebensjahr sollte die Untersuchung des Werts daher auch dann regelmäßig erfolgen, wenn du keine spürbaren Probleme hast.

Der Einfluss von Übergewicht auf den PSA-Wert

Übergewicht verfälscht den PSA-Wert. Das gilt zumindest dann, wenn der BMI über 25 liegt.

PSA Wert Übergewicht
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Menschen mit einem solchen Body Mass Index haben ein erhöhtes Blutvolumen. Der PSA-Wert kann daher zunächst geringer und somit unauffällig erscheinen.

Er ist durch das größere Blutvolumen jedoch lediglich verdünnt und damit nicht aussagekräftig.

Für den Arzt ist es daher nötig, den Wert angepasst an das Blutvolumen zu korrigieren. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass Prostatakrebs oder andere Veränderungen nicht frühzeitig bemerkt werden.

Wenn dein BMI über 25 liegt, solltest du deinen Arzt also darauf hinweisen.

Auswirkung von Übergewicht auf die Hormone

Ein weiterer Faktor von Übergewicht ist, dass es zum einen Tumorerkrankungen begünstigt und zum anderen den Hormonhaushalt verändert.

Männer mit einem großen Bauchumfang haben einen niedrigeren Testosteronspiegel, da das Testosteron in Estrogen umgewandelt wird.

Das bedeutet wiederum, dass die Ergebnisse bei einem Test verfälscht ausfallen können und das Risiko für Prostatakrebs einerseits erhöht ist und andererseits anhand der Werte schlechter erkannt wird.

Die Verzögerungen bei der Diagnose sind gefährlich, da hierdurch auch die entsprechende Behandlung nicht frühzeitig erfolgt und sich die Erkrankung schnell ausbreiten kann.

Wenn du übergewichtig bist, solltest du also zumindest deinen Arzt darauf hinweisen, dass die Blutwerte allein nicht ausreichend für eine sichere Diagnose sind.

Ein Ultraschall der Prostata ist in jedem Fall angeraten.

Wie kann ich den PSA-Wert senken?

Das Prostataspezifische-Antigen wird ausschließlich von Prostatagewebe gebildet, das allerdings auch bei Frauen vorhanden sein kann.

Die gute Nachricht: Du kannst den PSA-Wert senken (dazu gleich mehr).

Allerdings bilden Krebszellen mehr des Antigens, weswegen ein erhöhter Wert auf Probleme schließen lässt.

Wie kommt es aber überhaupt zu einer Erhöhung und was lässt sich dagegen unternehmen?

Ernährungsbedingte Ursachen für erhöhte PSA-Werte

Die Ernährung ist ein ausschlaggebender Punkt für die Gesundheit und das Gewicht. Vor allem zu viel der falschen Fette, durch Wurst, Fleisch, Schmalz und Milchprodukte, kann einen negativen Einfluss haben.

Ein ausgewogener Speiseplan und eine vorwiegend pflanzliche Basis bei der Ernährung sind also von Vorteil.

Eine entsprechende Umstellung deines Essens kann ebenso dabei helfen, den Wert wieder zu senken, wenn er bereits erhöht ist.

Zudem solltest du auf die folgenden Faktoren achten:

  • ausreichend Ballaststoffe
  • gesunde Fette
  • Flavonoide

Geeignete Lebensmittel sind also Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Kräuter, Kerne und Nüsse.

Insbesondere Cranberry und Kürbiskerne können einen senkenden Effekt auf die Werte haben und können von dir in Form von Saft und als Snack sehr einfach eingebunden werden.

Übergewicht reduzieren und PSA-Wert senken

Um einen erhöhten PSA-Wert zu verhindern, solltest du Übergewicht generell vermeiden und natürlich einen gesunden Lebensstil führen.

Das hilft dir allerdings nicht, wenn bereits ein hoher Wert vorliegt und dein BMI ebenfalls höher ausfällt als gewünscht.

Wichtiger als die Essensmenge zu reduzieren ist es für die Prostata und das gesamte Wohlbefinden, eine grundlegende Umstellung der Ernährung durchzuführen.

Geh dabei schrittweise vor.

Tägliches Trinken von Cranberry-Saft kann bereits dabei helfen, deinen PSA-Wert zu senken. Das allein reicht jedoch nicht.

Baue immer mehr pflanzliche Nahrungsmittel in deinen Speiseplan ein.

Dadurch stellen sich zum einen dein Geschmackssinn und deine Verdauung besser darauf ein.

Zum anderen fällt es einfacher, beispielsweise erst das Frühstück auszutauschen und somit bereits die Basis für den Tag zu legen, als direkt die komplette Ernährung umzustellen.

Ebenso solltest du bei der Bewegung vorgehen, um deinen Grundumsatz und damit den Kalorienverbrauch zu erhöhen.

Das bedeutet für dich eine höhere Chance, diese Änderung langfristig zum Erfolg zu bringen und somit deinen PSA-Wert niedrig zu halten.

Bedenke aber, dass die Ernährung und Sport nur einen Anteil an der Behandlung darstellen. Sie können sie nicht ersetzen.  

Quellen

[1] https://www.prostata-hilfe-deutschland.de/prostata-news/fettleibigkeit-prostatakrebs

[2] https://acsjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/cncr.32165

[3] https://acsjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/cncr.32167

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