Muss Abnehmen wirklich sein? Das ist unsere Antwort…

Die Welt wimmelt von Schönheitsidealen. Manchen dienen klapperdürre Supermodels als Vorbild, manchen der ausladende Hintern von Kim Kardashian. Niemanden stört, dass jeder weiß, dass bei Instagram nur mit Filtern gearbeitet und dass bei mehr oder weniger allen Diäten ein Jojo-Effekt droht. Medien, aber auch der Freundeskreis und sogar die Familien bauen besonders gegenüber jungen Mädchen Erwartungshaltungen auf, die fast nicht mehr zu erfüllen sind. Haben all die Beauty-Influencer wirklich recht oder gibt es noch einen anderen Weg zum guten Körpergefühl?

Body Positivity oder Body Neutrality

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Es gibt Gegenbewegungen. Body Positivity zum Beispiel, wo vermittelt wird, dass man seinen Körper lieben soll, wie er ist. Jeder kennt den Spruch, dass wahre Schönheit von innen kommen soll. Aber Body Positivity duldet keinen Widerspruch und verwandelt den Körper, mit dem die eine oder der andere halt doch nicht zufrieden ist, krampfhaft in etwas Gutes. Es ist Pflicht, den eigenen Körper zu lieben und es wird Zwang und Druck aufgebaut. Dabei ist die nachhaltige Wirkung von Affirmationen durchaus umstritten. Es bedeutet, sich selbst zu belügen, und irgendwann merkt man das auch.

Body Neutrality fährt da schon einen etwas entspannteren Ansatz. Die goldene Regel lautet hier, dass man seinen Körper akzeptieren sollte, wie er ist. Liebe und Bewunderung sind nicht unbedingt notwendig, aber ein gewisser Einklang zwischen Körper und Geist sollte schon hergestellt werden. Da schwingt die Frage mit: „Habe ich eigentlich einen Körper oder bin ich mein Körper?“ Eine Frage, bei der sich die Geister scheiden. Manche Menschen sind so auf ihren Körper fixiert, dass sie sich über ihn definieren. Aber eine komplette Trennung von Körper und Geist / Seele (wie immer das auch definiert ist) ist halt auch nicht möglich. Der Körper, den man hat, ist schließlich nicht austauschbar und man ist auf ihn angewiesen. Ganz gleich, ob man ihn als Werkzeug oder als Gefäß betrachtet, eine pflegliche Behandlung ist nicht verkehrt.

Wichtig ist, dass man sich wohlfühlt

Im Einklang mit sich selbst sein. Das funktioniert in der Regel nur, wenn es dem Körper nicht allzu schlecht geht und wenn keine übermäßigen psychischen Belastungen vorliegen. Manche versuchen, dem Alltagsstress durch Entspannungsübungen, Alkohol oder neuerdings auch CBD Fruchtgummis zu entgehen oder ihn zu minimieren. Es gibt noch viele andere Methoden und an dieser Stelle sollen sie nicht gewertet werden. Aber wenn eines aus der allgegenwärtigen Achtsamkeitsdebatte deutlich wird, dann ist es, dass man heutzutage einen ganzheitlichen Ansatz für das persönliche Wohlbefinden verfolgen muss. Bevor man sich auf irgendwelche Schönheitsideale stürzt, sollten zunächst die gesundheitlichen Aspekte beleuchtet werden.

Welche Gründe gibt es zum Abnehmen?

Wenn jemand findet, er oder sie sei zu dick, dann ist das nicht zwangsläufig ein Grund zum Abnehmen. Wer definiert denn, wann jemand zu dick ist? Viele Menschen mit einem Body Mass Index von 30 sehen eigentlich ganz normal aus und die meisten haben auch nicht wirklich gewichtsbedingte gesundheitliche Probleme, zumindest keine schwerwiegenden. Wer mit BMI 30 meint, abnehmen zu müssen, folgt meist einem wie auch immer gearteten Schönheitsideal. Und dieses Schönheitsideal ist von außen geprägt, nicht von innen.

Manchmal merkt man aber, dass mit der Ernährung oder dem Bauch etwas nicht stimmt. Das drückt sich in körperlichem Unwohlsein, manchmal auch in krankhaften Veränderungen aus. Wer beim Schuhezubinden schon in Schweiß gerät, wer wegen zu viel zuckerhaltiger Nahrung andauernd Sodbrennen hat, wer beim Treppensteigen schon bei der dritten Stufe in Atemnot kommt, der wird zugeben, dass eine Veränderung der Lebensweise ein besseres Körpergefühl zur Folge haben wird. Das sind valide Gründe, über Abnehmen oder eine Ernährungsumstellung nachzudenken. Ganz zu schweigen davon, wenn ein eklatantes Übergewicht zu lebensbedrohlichen Umständen führen sollte. Als Stichwort sei hier einfach nur der Bluthochdruck genannt.

Optimierung ist Ansichtssache

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Selbstverständlich wird es immer Leute geben, die mit ihrem Körper unzufrieden sind, obwohl keine gesundheitliche oder medizinische Indikation vorliegt. Die Unzufriedenheit bezieht sich ja auch nicht immer auf das Gewicht. Manche mögen ihre Nase nicht oder ihre Brüste, manche möchten mehr Muskeln haben oder einen knackigeren Po. Da sollte man sich jedoch auch vor Augen führen, dass diverse Möglichkeiten der „Optimierung“ ihrerseits gesundheitliche Risiken darstellen. Von gefährlichen Schönheits-OPs soll hier gar nicht die Rede. Allein, wer es mit dem Abnehmen übertreibt, kann schon in der Magersucht enden. Essstörungen sind nicht nur Dysfunktionen bei der Nahrungsaufnahme, sondern auch ein Zeichen von ernsthaften psychischen Problemen. Augenmaß ist angesagt.

Alles Einstellungssache

In der heutigen Zeit, in der man in der Flut von Informationen, Eindrücken, aber leider auch normativen Vorgaben sehr leicht den Überblick verlieren kann, müssen Wege gefunden werden, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Optimierungswahn ist sicherlich nicht der richtige Weg, sondern zunächst einmal ist Gelassenheit angesagt. Was ist wirklich wichtig? Welcher Gewinn springt wirklich dabei heraus, wenn man sich in die nächste Diät stürzt? Erst wenn diese Fragen hinreichend sicher beantwortet sind, dann sollte man sich die Themen Abnehmen und / oder Ernährungsumstellung und / oder mehr Sport bzw. Bewegung ernsthafter widmen. Mit allen Aspekten der Motivation und des Durchhaltens, die dazugehören, aber immer mit einem Blick auf den eigenen Nutzen und nicht aus Gefallsucht.

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