Muskeln schwerer als Fett? Das ist dran…

Was ist schwerer: Muskeln oder Fett? Eine spannende Frage
Veröffentlicht: 12. März 2015

Eine Frage, die insbesondere beim Abnehmen immer wieder auftaucht: Sind Muskeln schwerer als Fett?

Wir wollen dich nicht lange auf die Folter spannen…

Das Fazit zu Beginn: Muskeln sind nicht deutlich schwerer als Fett, sondern wiegen bei gleichem Volumen aufgrund ihrer höheren Dichte ca. 15 % mehr.

Zunächst einmal ist auch die Frage falsch gestellt.

1 kg Muskeln wiegt genauso viel wie 1 kg Fett oder 1 kg Federn.

Es geht also nicht um das Gewicht, sondern um das Volumen bzw. die Dichte. Die richtige Frage lautet daher: Was ist bei gleichem Volumen schwerer: Muskeln oder Fett?

Hier kommt die ausführliche Antwort mit wissenschaftlichen Fakten.

Muskeln schwerer als Fett? Das sagt die Wissenschaft

Schauen wir mal, was die Wissenschaft zu sagen hat:

1 Liter Muskeln wiegt ungefähr 1,06 kg. (1, 2, 3)
1 Liter Fett hat ein Gewicht von 0,92 kg. (4, 5, 6)

Diese Werte können je nach Herkunft sowie bei extremen Körperfett- und Muskelmasseanteilen variieren. (7)

Ein Stück Muskeln wiegt damit ca. 15 % mehr als ein gleichgroßes Stück Fett.

Bei gleichem Volumen sind Muskeln also nicht so viel schwerer als Körperfett, wie häufig fälschlicherweise angenommen wird. Ein kleiner Unterschied ist dennoch zu erkennen.

Der optische Unterschied zwischen Muskeln und Fett

Fett ist fluffiger und weniger dicht als Muskeln. Es sind also Zellen, die kompakter sind und dadurch ein geringeres Volumen haben.

Muskeln schwerer als Fett? Eine Fettzelle ist fluffiger und schwerer als eine Muskelzelle.

Wenn 2 Personen jeweils 100 kg wiegen, dann wird die Person mit mehr Muskelmasse und dem niedrigeren Körperfettanteil einen geringeren Körperumfang haben und dadurch schlanker aussehen.

Schau daher nicht nur auf die Zahl auf der Waage, sondern miss auch regelmäßig deine Körperumfänge.

Häufig gestellte Fragen zu Muskeln und Fett

Fett in Muskeln umwandeln – geht das?

Nein, das ist schlichtweg nicht möglich. Eine Fettzelle wird immer eine Fettzelle bleiben. Egal, wie viel du trainierst.

Der Unterschied beider Zellen ist jedoch, dass Fettzellen Fett speichern können und Muskelzellen nicht. Muskelzellen besitzen dafür das Potenzial zu wachsen. Heißt: Ein untrainierter Mensch mit 90 kg Körpergewicht wird anders aussehen als ein trainierter Mensch mit 90 kg Körpergewicht.

Kann man die Anzahl der Muskel- und Fettzellen beeinflussen?

Nein, das ist nicht möglich.

Die Anzahl der Fett- und Muskelzellen sind Veranlagung und dir bereits bei deiner Geburt in die Wiege gelegt worden. Einzige Möglichkeit: Viel trainieren und durch die richtige Ernährung dafür sorgen, dass sich die Muskelzellen und nicht die Fettzellen ausdehnen.

Muskeln aufbauen, Fett abbauen – ist das zeitgleich möglich?

Ein weitverbreiteter Mythos: Man kann nicht Muskeln aufbauen und Fett zeitgleich abbauen. Dieser liegt der Meinung zugrunde, dass Muskelaufbau einen Kalorienüberschuss benötigt, Abnehmen jedoch ein Kaloriendefizit.

Praktisch ist das jedoch Quatsch: Natürlich kannst du Fett reduzieren und zeitgleich Muskeln aufbauen. Es kommt auf die richtige Ernährung und deine Bewegung an. Gesunde Ernährung und viel Sport. Dann klappt garantiert beides.

Einzelnachweise

1: Urbanchek MG, Picken EB, Kalliainen LK, Kuzon WM Jr. (2001): Specific Force Deficit in Skeletal Muscles of Old Rats Is Partially Explained by the Existence of Denervated Muscle Fibers. In: The Journals of Gerontology: Series A 56, Nr. 5: S. 191-197. doi: 10.1093/gerona/56.5.B191. PMID: 11320099

2: Mendez J, Keys A (1960): Density and composition of mammalian muscle. In: Metabolism – Clinical and Experimental 9, Nr. 2: S. 184-188.

3: Segal SS, White TP, Faulkner JA (1986): Architecture, composition, and contractile properties of rat soleus muscle grafts. In: American Journal of Physiology – Cell Physiology 250, Nr. 3: S. 474-479. PMID: 3953809

4: Farvid MS, Ng TW, Chan DC, Barrett PH, Watts GF (2005): Association of adiponectin and resistin with adipose tissue compartments, insulin resistance and dyslipidaemia. In: Diabetes, Obesity and Metabolism 7, Nr. 4: S. 406-413. doi: 10.1111/j.1463-1326.2004.00410.x. PMID: 15955127

5: Harrington TA1, Thomas EL, Frost G, Modi N, Bell JD (2004): Distribution of adipose tissue in the newborn. In: Pediatric Research 55, Nr. 3: S. 437-441. doi: 10.1203/01.PDR.0000111202.29433.2D. PMID: 14681496

6: Ross R, Léger L, Guardo R, De Guise J, Pike BG (1991): Adipose tissue volume measured by magnetic resonance imaging and computerized tomography in rats. In: Journal of Applied Physiology 70, Nr. 5: S. 2164-2172. PMID: 1864799

7: McArdle WD, Katch FI, Katch VL (2007): Exercise Physiology: Energy, Nutrition and Human Performance. Lippincott Williams and Wilkins, Baltimore, MD

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