So wirst du Herr(in) über deinen inneren Schweinehund

Ein Abend mit Susis Gedanken (fiktiv):

18:00 Uhr – Susi kommt gerade von der Arbeit.
„So. Endlich wieder zu Hause. Man war der Tag stressig. Jetzt erstmal was essen und dann schön auf die Couch legen und faulenzen. Ach, verdammt. Ich wollte ja heute noch Joggen gehen. Ich hab’s mir ja unbedingt vorgenommen.“

19:00 Uhr – Susi liegt jetzt auf der Couch.
„Oh Mann. Ich hab gar keine richtige Lust auf Joggen. Ich bleib lieber hier liegen und schau fern. Geh ich halt nächste Woche joggen.“

22:00 Uhr – Susi geht ins Bett.
„So ein Mist. Ich hätte doch Joggen gehen sollen. Ich will doch abnehmen und fitter werden.“

Kommt dir das bekannt vor? Hast du auch solche Gedanken?

Darf ich vorstellen… der innere Schweinehund

Der innere Schweinehund gehört zur Gattung der Zeiträuber, Fortschrittsbremsen und Schwindler. Er ist der Meister der Ausreden und das Symbol der Willensschwäche.

Am liebsten überfällt er dich in deinen schwächsten Momenten, z.B. wenn du erschöpft von der Arbeit kommst oder eine doch so ‚interessante’ Sendung im Fernsehen läuft, die du auf keinen Fall verpassen darfst.

Er ist dein ständiger Begleiter und obwohl er dir vorgaukelt, nur das „Beste“ für dich zu wollen, verhindert er, dass du deine langfristigen Ziele erreichst.

Zu häufig lassen wir uns durch ihn von den Dingen abhalten, die den größten positiven Effekt auf unser Leben hätten und unseren eigentlichen Wünschen entsprechen.

Deshalb möchte ich dir jetzt zwei effektive Möglichkeiten vorstellen, deinen inneren Schweinehund Schritt für Schritt zu besiegen. Dann wirst du auch ganz nebenbei deine Disziplin steigern und leichter abnehmen.

Den inneren Schweinehund überwinden

Zwei Dinge sind dabei wichtig:

1. Achte bewusst auf deine Gedanken und entziehe so deinem inneren Schweinehund die Macht.

Nehmen wir noch mal Susis Gedanken: „Oh Mann. Ich hab gar keine richtige Lust auf Joggen. Ich bleib lieber hier liegen und schau fern. Geh ich halt nächste Woche joggen.“
Du musst lernen, dir einen geistigen Stopp zu setzen und das gerade Gedachte auf eine bewusste Ebene bringen.

Wann immer du solche Gedanken hast, sage laut „STOP“. Dies unterbricht dann deinen aktuellen Gedanken und du kannst dich nun auf etwas Neues konzentrieren.

So geht es mit Susis Gedanken dann weiter: „Ich bleib lieber hier liegen und schau fern. Geh ich halt nächste Woche joggen… Hey, Moment mal. STOP. Mit der Ausrede habe ich mich beim letzten Mal schon gedrückt und war enttäuscht von mir.“

Frage dich „Was will ich wirklich?“ und führe dir so deine wahren Ziele wieder vor Augen. Konkreter kannst du dir auch die Frage stellen: Warum will ich eigentlich abnehmen?

Susi: „Ich will doch Abnehmen und wieder in mein Traumkleid passen. Außerdem möchte ich fitter werden, um mit meinen Kindern herumzutoben.“

Damit richtest du deine Gedanken wieder auf das Wesentliche. Du stoppst also deine Ausreden und baust durch das bewusst machen deiner sehnsüchtigsten Träume deine Willensstärke auf. So versetzt du dich dann in die Lage, zu handeln.

Du weißt nun, wie du dich in schwachen Momenten verhalten solltest. Um diese schwachen Momente dauerhaft zu verringern, befolge Schritt 2.

2. Entziehe deinem inneren Schweinehund die Handlungsgrundlage, indem du dir realistische und erreichbare Ziele setzt.

Je größer dein Ziel auf dich wirkt und je unwahrscheinlicher es für dich realisierbar scheint, desto mehr Angriffsfläche gibst du deinem inneren Schweinehund.

Die Kunst besteht darin, dir Ziele zu setzen, die für dich eine Herausforderung darstellen, aber nur soweit entfernt sind, dass dein aktuelles Maß an Überwindung ausreicht, sie überhaupt erst anzugehen.

Deine Ziele sollen dich dabei nicht deprimieren oder abschrecken. Vielmehr soll es dich anziehen, motivieren und erreichbar sein.

Fange deshalb klein an. Zu was bist du aktuell in der Lage? Was kannst du mit deiner momentanen Disziplin tun?

Hier ein Beispiel:

Bisher hast du dich ungesund ernährt. Jetzt willst du dich aber gesünder ernähren. Anstatt also von heute auf morgen jede Mahlzeit zu ändern, fängst du eventuell nur mit dem Frühstück an.

Und für den Fall, dass dies immer noch eine zu große Umstellung für dich ist, kannst du auch nur an einem Tag in der Woche dein Frühstück umstellen. Wichtig ist, dass du auf deinem individuellen Level beginnst.

Erstens ist dann die Überwindung nicht so groß und zweitens feierst du so Erfolgserlebnisse.

Wenn du dann merkst, dass du morgens dauerhaft gesund isst, änderst du auch noch Schritt für Schritt die anderen Mahlzeiten.

Je mehr du dich an diese Veränderungen gewöhnst und je häufiger du sie umsetzt, desto leichter wird es dir fallen, nicht mehr auf deinen inneren Schweinehund zu hören und ihn zu überwinden. Dieser Prozess der allmählichen Steigerung verbessert nicht nur dein Maß an Disziplin, sondern minimiert auch Stück für Stück die Macht deines inneren Schweinehundes.

Diese beiden Tipps kannst du auf alle Bereiche deines Abnehmens anwenden, sei es Ernährung, Kochen, Sport usw.

Und jetzt…

…wird es Zeit für dich, das eben Gelernte in die Tat umzusetzen.

Achte von nun an bewusst auf deine Gedanken in schwachen Momenten. Sage dann „STOP“ und konzentriere dich wieder auf deine wahren Ziele.

Setze dir für diese Woche noch 1 Ziel. Entweder machst du ein Mal Sport oder du kochst zum Beispiel eine richtig gesunde Mahlzeit, die dir schmeckt.

Klein anfangen zahlt sich dabei langfristig groß aus.

1 Woche später – 20:00 Uhr – Susi nach dem Joggen.
„Puuuh. Ich bin total fertig. Aber es fühlt sich total gut an. Endlich bin ich mal wieder für 30 Minuten gejoggt. Nächste Woche geh ich wieder laufen. Und wenn es mir dann wieder so leicht fällt, werde ich auf 2 Mal die Woche Joggen erhöhen.“