Fett ist nicht gleich Fett: Warum gute Fette für dich unentbehrlich sind

Fett. Über keinen Nährstoff wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehr Blödsinn geschrieben. Weil ein Gramm Fett 9,3 Kilokalorien und damit einen mehr als doppelt so hohen Energiegehalt wie Kohlenhydrate und Eiweiße (je 4,1 kcal) hat, wurden die Fette zu Unrecht als alleiniger Dickmacher abgestempelt. Dabei sollten wir in Wahrheit unsere Sichtweise über diesen Nährstoff ändern, da Fette auch als pure Energiequelle für unseren Körper zur Verfügung stehen können.

Um einen genaueren Blick auf das Thema Fett zu werfen, müssen wir gute und schlechte Fette strikt voneinander trennen. Es reicht nicht aus, zu wissen welche Nahrungsmittel viel oder wenig Fett enthalten. Vielmehr müssen wir uns vor Augen führen, dass es ganz unterschiedliche Fettarten gibt und verstehen, dass einige besonders gut für unsere Gesundheit sind, andere aber große gesundheitliche Risiken in sich bergen.

Fette sind für unseren Körper unerlässlich

Fette sind chemische Verbindungen aus Kohlen-, Sauer- und Wasserstoff. Sie kommen in Fleisch und Fisch, aber auch in Milchprodukten und Pflanzen vor.

Da unsere Zellwände vorrangig aus Fett bestehen, spielen sie eine ganz entscheidende Rolle für die Aufnahme von Vitaminen. Zusätzlich hilft uns Fett dabei, unseren Körper gegen Hitze und Kälte zu isolieren und eine konstante Körpertemperatur aufrecht zu erhalten. Weiterhin steht Fett als wichtige und vor allem ökonomische Energiequelle zur Verfügung, weshalb ein Leben ohne Fett für uns kaum vorstellbar wäre.

Gute vs. Schlechte Fette

Wissenschaftler haben unlängst herausgefunden, dass es ganz unterschiedliche Fette gibt. Dabei sprechen wir von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren.

Die meisten gesättigten Fettsäuren (mit Ausnahme von Palm- und Kokosfett) stammen aus tierischen Lebensmitteln. Das Image welches wir den Fetten fatalerweise im Ganzen geben, kann in Wahrheit ausschließlich den gesättigten Fetten zugeschrieben werden. Denn nur der häufige Verzehr von tierischen Fetten kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern, weshalb diese in Maßen und nicht in Massen konsumiert werden sollten.

Dem gegenüber stehen die einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die auch als „gesunde Fette“ bezeichnet werden. Einfach ungesättigte Fette finden sich in Pflanzenölen und Nüssen. Mehrfach ungesättigte Fette sind in Ölen aus fettreichen Fischen wie Hering, Thunfisch oder Sardinen, aber auch in pflanzlichen Ölen wie dem Sonnenblumenöl oder Olivenöl zu finden. Sie helfen uns dabei, die Blutfettwerte zu reduzieren und damit ein mögliches Herz-Kreislauf-Risiko zu senken. Zusätzlich sind sie entscheidend für ein ausgewogenes Funktionieren von Gehirn, Rückenmark und Immunsystem.

Mehr Fisch essen

Fisch und Meeresfrüchte liefern uns neben reichlich Eiweiß und zahlreichen Vitaminen auch jede Menge ungesättigte Fette. Dadurch, dass im Fisch besonders wertvolle Öle enthalten sind, stellen sie die gesunde Alternative zum Fleisch dar. Vorausgesetzt, man verzichtet darauf, sie zu braten oder zu panieren, kann der Konsum einen erheblichen gesundheitlichen Beitrag leisten.

Sehr empfehlenswert sind hierbei Hering, Makrele, Sardinen oder Thunfisch zu nennen. Sollten keine weiteren Erkrankungen wie Gicht oder eine Schilddrüsenüberfunktion vorliegen, gibt es hierbei auch keine Vorgaben über ein Zuviel an Fisch. Selbst wer unter o.g. Krankheitsbildern leidet, kann bedenkenlos dreimal die Woche Fisch zu sich nehmen.

Fleisch ist nicht gleich Fleisch

Fleisch- und Wurstprodukte zählen zu den größten Quellen gesättigter Fettsäuren. Übermäßig viele gesättigte Fettsäuren kommen in verarbeiteten Wurstprodukten wie zum Beispiel Salami oder Wiener Würstchen vor.

Es ist anzuraten, zu Wurstsorten zu greifen, die ohne sichtbares Fett oder Marmorierung auskommen. Eine Methode, die sich anbietet, den Fettgehalt, gerade von Hühner- und Putenfleisch, zu reduzieren, ist das Abziehen der Haut.

Fällt einem der Verzicht auf Fleisch umso schwerer, so sollte helles Fleisch, also Geflügelfleisch, dem dunklen Fleisch (Rind- oder Schweinefleisch) vorgezogen werden.

Mehr pflanzliche Fette – Weniger tierische Fette

Fett ist nicht gleich Fett. Das haben wir inzwischen schon gelernt. Es kommt ganz stark auf Herkunft, Qualität und Verarbeitung an. Wir müssen uns weiterhin vor Augen halten, dass pflanzliche Fette für unsere Gesundheit einen erheblichen Beitrag leisten, während der maßlose Verzehr von tierischen Fetten ein erhebliches Risiko für unsere Gesundheit in sich birgt.

Es kann sich also durchaus lohnen, die Wurst in der Kühltheke liegen zu lassen und sich stattdessen einen gemischten Salat mit etwas Fisch zuzubereiten.