Stetige Gewichtszunahme trotz wenig Essen und Kaloriendefizit: 4 häufige Gründe und was du sofort dagegen tun kannst

Ein leerer Teller - zu wenig Essen kann deine Gesundheit erheblich gefährden
📅 Aktualisiert: 15. Februar 2021

Einer der am häufigsten verbreiteten Irrglauben beim Abnehmen ist es, dass eine Reduzierung der Nahrungsaufnahme automatisch zum Wunschgewicht führt.

Getrieben von dieser Vorstellung essen Frauen und Männer häufig viel zu wenig.

Klar, du wirst bei extremen Diäten schnelle und vielleicht auch deutliche Erfolge sehen. Schon bald wird der Gewichtsverlust jedoch stagnieren und du nimmst sogar wieder zu.

In diesem Moment stellt sich unweigerlich die Frage: Warum nehme ich nicht ab, trotz wenig Essen?

Die ausführliche Antwort gibt es in diesem Beitrag.

Du erfährst unter anderem:

  • Warum eine stetige Gewichtszunahme trotz wenig Essen völlig logisch ist
  • Was passiert, wenn man zu wenig isst und warum es sogar extrem gefährlich sein kann
  • Warum Abnehmen durch weniger Essen allein NIEMALS funktionieren kann
  • Was du stattdessen tun solltest, wenn du langfristig abnehmen möchtest

Packen wir es an!

Endlich: Abnehmen mit Plan und Freude!

Der bewährte Profi-Abnehmplan, den unsere Ernährungsberater für dich entwickelt haben, ist für kurze Zeit gratis erhältlich! Die glasklare Anleitung, um ohne Heißhunger oder Jojo-Effekt endlich dein Wunschgewicht zu erreichen! Ein Must-have!

Was passiert, wenn man zu wenig isst mit deinem Körper?

Nahrung ist der Treibstoff für deinen Körper, wie das Benzin für den Verbrennungsmotor.

Hier erscheint es jedem logisch, dass der Treibstoff niemals zur Neige gehen sollte, da der Motor sonst relativ schnell ins Stocken gerät und den Geist aufgibt.

Und wer will schon mit dem Auto stehen bleiben.

Niemand.

Aber was passiert, wenn man zu wenig isst mit dem menschlichen Körper?

Ein ähnlicher Effekt wie beim Verbrennungsmotor tritt ein: Dein Organismus kommt ins Stocken.

Zunächst die Kurzantwort:

Wenn du (lang Zeit) zu wenig isst, erhält dein Körper nicht genügend Nährstoffe und Energie. Dies hat unter anderem zur Folge, dass sich die Stoffwechselrate verlangsamt, ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt entsteht und dein Blutzucker sinkt bzw. auf einem sehr geringen Niveau stagniert. Das Ergebnis kann Gewichtszunahme, Abgeschlagenheit, Müdigkeit oder Kraftlosigkeit sein.

Du erkennst hoffentlich bereits an dieser Stelle, dass es schwerwiegend Gesundheitsschäden zur Folge haben kann, wenn du längere Zeit nichts isst bzw. zu wenig Kalorien zu dir nimmst.

Nicht nur deine Gesundheit wird also in Mitleidenschaft gezogen.

Auch dein Gewicht wird steigen – durch weniger Essen nimmst du zu.

Das ist kein Scherz, sondern eine Tatsache. Auch, wenn es tatsächlich etwas seltsam klingt. Wir werfen im Verlauf dieses Beitrags noch einen sehr genauen Blick darauf, warum das so ist.

Zuvor wollen wir uns jedoch gemeinsam einen Überblick darüber verschaffen, was alles in deinem Körper passiert, wenn du dauerhaft zu wenig Nahrung zu dir nimmst.

Eins vorab: Du wirst garantiert erschrocken sein!

Aber siehe selbst…

Folge 1: Deine Stoffwechsel-Rate verlangsamt sich

Unter Grundumsatz essen: Wenn du zu wenig Nahrung zu dir nimmst, wird sich deine Stoffwechselrate verlangsamen

Eine erhebliche Reduzierung der Nahrungszufuhr innerhalb kürzester Zeit, wie sie vor allem bei Crash-Diäten vorkommt, hat gravierende negative Folgen für deinen Stoffwechsel

Einfach ausgedrückt: Dein Körper geht von einer ernsthaften Notsituation aus und schaltet in eine Art „Notbetrieb“.

Er versucht aus der wenigen, zugeführten Nahrung möglichst viel Energie zu ziehen, um wichtige Funktionen am Leben zu halten.

Alle anderen Prozesse werden sukzessive heruntergefahren.

Im Fachjargon spricht man hier von metabolischer Adaptation (Metabolic Damage).

Problematisch wird dieses Phänomen vor allem dann, wenn dieser Zustand längere Zeit andauert.

In diesem Fall wird die Stoffwechselrate nämlich immer weiter absinken, was es Tag für Tag schwieriger für dich macht, Gewicht zu verlieren. [1]

Wir werfen in einem späteren Kapitel noch einen sehr genaueren Blick auf diesen Prozess.

Folge 2: Deinem Körper fehlen wichtige Nährstoffe

Wenn du dauerhaft zu wenig Kalorien zu dir nimmst und zu wenig isst fehlen dir wichtige Nährstoffe und Vitamine.

Dein Körper benötigt verschiedene Nährstoffe, um korrekt zu funktionieren.

Das sind unter anderem wichtige Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Protein und Fette) aber auch Mikronährstoffe (Spurenelemente, Mineralstoffe, Vitamine).

Welche Nährstoffe dein Körper pro Tag benötigt, zeigt die nachfolgende Tabelle. [2]

VitaminTagesbedarf FrauenTagesbedarf Männer
Vitamin A0,8 mg1,0 mg
Vitamin E12 mg12 mg
Vitamin B21,1 mg1,4 mg
Vitamin B61,2 mg1,5 mg
Phantotensäure6 mg6mg
Vitamin C95 mg110 mg
Natrium550 mg 550 mg
Kalium2.000 mg2.000 mg
Kalzium1.000 mg1.000 mg
Magnesium300 mg350 mg
Eisen15 mg10 mg
Zink7 mg 10 mg
Kupfer1,5 mg1,5 mg

Anhand der Vielfalt der verschiedenen Vitamine und Mineralstoffe kannst du erkennen, was für eine perfekt abgestimmte „Maschine“ dein Körper ist.

Wenn du also zu wenig isst und somit wichtige Nährstoffe nicht zuführst, riskierst du, dass diese Maschine früher oder später schwere Schäden erleidet. Schäden, die sich unter Umständen gar nicht mehr oder nur schwer reparieren lassen.

Dabei reichen diese von Abgeschlagenheit und Müdigkeit über erhöhte Infektanfälligkeit bis hin zu schwere Schäden am Nervensystem oder Störungen der Zellbildung am Knochenmark. [3]

Dr. Petra Bracht stellt in einem wirklich tollen Video alle Folgen von Vitamin- und Nährstoffmangel übersichtlich dar:

https://youtu.be/QYrOXHxGzTg

Direkt gefragt: Ist es das wert?

Ergibt es Sinn, deinen Körper vorsätzlich derartigen Belastungen auszusetzen, nur um in kürzester Zeit möglichst viel Gewicht zu verlieren?

Definitiv nicht!

Folge 3: Durch wenig Essen fällt dein Blutzuckerspiegel stark ab

Der Blutzuckerspiegel hat einen enormen Einfluss ein dein psychisches und physisches Befinden.

Starke Schwankungen am Blutzuckerspiegel machen sich nämlich direkt bemerkbar, zum Beispiel an deiner Laune oder Leistungsfähigkeit.

Das Problem: Wenn du längere Zeit zu wenig ist, wird auch dein Blutzuckerspiegel stark absinken.

Das kann unter anderem zur Folge haben:

  • Müdigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Gereiztheit
  • Schwindel

Besonders gefährlich wird dieser Zustand, wenn dein Blutzuckerwert unter 50 mg/dl sinkt.

In diesem Fall spricht man von Hypoglykämie, die für dein Gehirn eine große Gefahr darstellt, da dieses auf Zucker als Energiequelle angewiesen ist.

Achtung: Ein weit verbreiteter Irrtum ist es, dass Hypoglykämie nur bei Diabetikern auftritt. Auch Nicht-Diabetiker können von einer Hypoglykämie betroffen sein. Insbesondere dann, wenn zu wenig gegessen wird oder auch im Rahmen extremer Diäten.

Folge 4: Zu wenig essen führt zu einem Kältegefühl

Zu wenig gegessen? Die Folge kann ein Kältegefühl sein, da dein Körper die Energie der Nahrung nicht mehr in Wärme umwandelt.

Dein Körper ist in der Lage, durch aufgenommene Nahrung Wärme zu produzieren.

Im Fachjargon wird dieser Prozess Thermogenese genannt.

Einfach ausgedrückt: Durch Stoffwechselaktivitäten nach dem Essen entsteht als Nebenprodukt Wärme.

Das Problem von Diäten oder zu wenigem Essen über einen längeren Zeitraum liegt auf der Hand: Da sich dein Körper wie bereits beschrieben im „Notlaufprogramm“ befindet, wird er die gesamte Energie, die er über die Nahrung erhält, in lebenswichtige Organe abführen.

Eine Umwandlung der aufgenommenen Kalorien in Wärme steht also hinten an.

Die Folge: Du frierst.

Folge 5: Wenn du zu wenig isst, entsteht ein Hormonchaos

Insbesondere bei Frauen kann es zu erheblichen Schwankungen im Hormonhaushalt kommen, wenn zu wenig gegessen wird.

Nicht selten stellt der Körper die Hormonproduktion sogar komplett ein, was sich unter anderem im Ausbleiben der Periode zeigt (Stichwort: Östrogen).  

Insbesondere folgende Hormone reagieren sehr empfindlich auf radikale Diäten oder zu wenig Nahrung:

Leptin

Leptin übernimmt in deinem Körper eine enorm wichtige Rolle: Es zeigt deinem Gehirn an, wenn du aufhören kannst zu essen. Es steuert somit dein Sättigungsgefühl.

Allerdings hat dieses Hormon eine wirkliche große Schwäche: Es wird in den Fettzellen produziert.

Das hat zur Folge, dass der Leptin-Spiegel sinkt, wenn deine Fettdepots schmelzen und du abnimmst. Durch eine radikale Diät wird also nicht nur das Fett, sondern auch der Leptin-Spiegel schlagartig stark abfallen.

Das Ergebnis ist mehr Hunger!

Dabei gilt: Je größer dein Kaloriendefizit ist, desto stärker wirkt sich dieses Phänomen aus.

Endlich: Abnehmen mit Plan und Freude!

Der bewährte Profi-Abnehmplan, den unsere Ernährungsberater für dich entwickelt haben, ist für kurze Zeit gratis erhältlich! Die glasklare Anleitung, um ohne Heißhunger oder Jojo-Effekt endlich dein Wunschgewicht zu erreichen! Ein Must-have!

Ghrelin

Ghrelin ist der Gegenspieler zu Leptin.

Heißt: Dieses Hormon zeigt deinem Gehirn an, wenn der Magen leer ist. Ein Hungergefühl entsteht.

Im Schnitt sendet Ghrelin alle drei Stunden ein solches Signal.

Ist der Magen dauerhaft leer, weil du zu wenig isst, sendet das Hormon konstant einen Reiz an dein Gehirn. Die Folge ist ein dauerhaftes Hungergefühl, das dich früher oder später in den Wahnsinn treiben wird.

Cortisol

Hast du gewusst, dass unser Gehirn alleine knapp 20 Prozent deines Grundumsatzes verbraucht?

In Extremsituationen, also beispielsweise unter Stress, sogar noch mehr. Hier fordert dein Gehirn noch mehr Nahrung, um diese Stresssituation erfolgreich bewältigen zu können.

Gesteuert wird dieser Mechanismus vom Hormon Cortisol.

Wenn dein Gehirn mehr Energie fordert, werden große Mengen an Cortisol ausgeschüttet und ein starkes Hungergefühl entsteht.

Mehr dazu erfährst du im nächsten Kapitel.

Folge 6: Wenn du zu wenig isst, nimmst du zu

Kommen wir zum eigentlichen Thema dieses Beitrags: Die Gewichtszunahme durch zu wenig Essen.

Ist das tatsächlich möglich?

Ja, definitiv.

Kein Scherz!

Wenn du zu wenig isst, nimmst du zu.

Warum das so ist, erfährst du detailliert im nächsten Kapitel. Hier stellen wir dir genau vor, welche 4 Gründe dafür verantwortlich sind.

Tipp: Wenn du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung benötigst, wie du dich richtig ernährst, kann Weight Watchers die perfekte Lösung für dich sein. Wir haben das Programm ausführlich getestet. Mehr erfahren (hier klicken!)

Gewichtszunahme trotz wenig Essen – das sind die 4 Gründe

Es klingt grotesk, ist jedoch kein Märchen: Wenn du deinem Körper über einen längeren Zeitraum zu wenig Nahrung zuführst, wirst du früher oder später auch an Gewicht zulegen.

Dieses Phänomen wird im Volksmund häufig also Jojo-Effekt beschrieben.

Warum das so ist, schauen wir uns jetzt im Detail an.

Achtung: Gemeint ist hier nicht eine leichte Reduzierung der Nahrungsaufnahme, die definitiv nötig ist, um abzunehmen. Wenn du Gewicht verlieren möchtest, solltest du auch ein Kaloriendefizit erzeugen. Allerdings solltest du unbedingt darauf achten, dass dieses Defizit nicht zu groß ist.

Grund 1: Stoffwechselprobleme – Metabolic Demage

Der Begriff Metabolic Demage wurde bereits angesprochen.

Nun wollen wir einen etwas genaueren Blick auf dieses Phänomen werfen.

Zwei Probleme treten im Zusammenhang mit der Metabolic Demage, also durch einen gestörten Stoffwechsel, auf…

1. Durch einen gestörten Stoffwechsel nimmst du schwerer ab

Wenn du zu wenig isst, reagiert dein Körper, indem er den Stoffwechsel herunterfährt. Logisch, denn sein Ziel ist es, dein Überleben zu sichern.

Das ist also ein durchaus schlüssiger Ablauf: Dein Körper möchte alle wichtigen Organe und vor allem Hirnprozesse am Laufen halten und leitet daher nahezu die gesamte Energie, die er durch Nahrung gewinnt, in diese Teilbereiche.

Diese metabolische Anpassung (Stoffwechsel = Metabolismus) führt, wenn du über einen längeren Zeitraum zu wenig isst, zu einer Störung der Homöostase (Gleichgewichtszustand in deinem Körper).

Studien fanden heraus, dass es Menschen deutlich schwerer fällt, bei einer solch auftretenden Störung des Stoffwechsels abzunehmen. Schlimmer noch: Bei stark übergewichtigen Menschen tritt dieser Effekt sogar verstärkt auf. [1]

Dabei sind kurzfristige Perioden geringer Nahrungsaufnahme kein Problem und haben keinen Einfluss auf deinen Stoffwechsel. Wenn du hingegen 3 Tage oder länger zu wenig isst, wird dein Stoffwechsel vermutlich auch wie oben beschrieben reagieren. [4]

Achtung: Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass alleine die Genetik für deinen Stoffwechsel verantwortlich ist. Studien fanden heraus, dass auch deine Bewegung und frühere Diäten oder Abnehmversuche einen Einfluss darauf haben können, wie dein Stoffwechsel unter Extrembedingungen reagiert. Wenn du also in der Vergangenheit bereits mehrfach radikale Diäten ausprobiert hast, ist dein Stoffwechsel unter Umständen erheblich gestört. [5]

Schauen wir uns nun das zweite Problem an.

2. Dein Energiebedarf wird langfristig heruntergefahren

Dadurch, dass dein Körper in eine Art „Notfallprogramm“ umschaltet, wenn du zu wenig isst, wird dein Stoffwechsel und somit auch dein Kalorienbedarf heruntergefahren.

Das sollte soweit klar sein.

Erstaunlich ist jedoch, was der renommierte Sport- und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Ingo Froböse in einem Interview gegenüber netdoktor.de berichtete:

„Ich hatte mal eine Dame bei mir in der Sprechstunde, die hatte sich über Diäten so abgewirtschaftet, dass sie nur noch 850 Kalorien täglich essen konnte, um nicht wieder zuzunehmen. So sehr hatte sie ihren Körper zum Sparen gezwungen! Und dieser Effekt hält weit über die Dauer der Diät an, manchmal bis zu zwölf Monate.“

Prof. Dr. Ingo Froböse

Das bedeutet: Eine radikale Diät ist eine derartige Extrembelastung für deinen Körper, dass er darauf reagiert, indem er noch lange Zeit nach deren Abbruch den Energieumsatz relativ weit unten hält

Schließlich ist deinem Körper nicht klar, ob er tatsächlich wieder die Nahrung erhält, die er eigentlich benötigt oder ob es sich in kurzer Zeit erneut mit einem Engpass auseinandersetzen muss. Zudem ist es das Ziel dieser Maßnahme, möglichst schnell möglichst große Reserven anzuhäufen (Fettdepots), um für die nächste Periode mit wenig Nahrung gewappnet zu sein.

Es liegt also auf der Hand was passiert, wenn du eine Diät abbrichst und im Anschluss wieder normal isst: Dein Kalorienüberschuss ist so groß, dass du wie ein Hefeteig im Backofen aufgehst.

Übrigens: Diese Annahme stützt sich nicht alleine auf die Aussage von Prof. Dr. Froböse. Auch zahlreiche Studien kommen zu diesem Ergebnis. [6, 7, 8]

Grund 2: Wenn du zu wenig isst, wird Muskelmasse abgebaut

Stetige Gewichtszunahme trotz wenig essen: Das Problem kann darin liegen, dass du immer weniger Muskeln besitzt, wenn du dauerhaft zu wenig Kalorien zu dir nimmst

Mehrfach wurde bereits das körperliche „Notprogramm“ angesprochen, das immer dann in Gang gesetzt wird, wenn du über einen längeren Zeitraum zu wenig isst.

Einige der schwerwiegenden Folgen dieses Notprogramms kennst du bereits.

Nun kommt eine weitere hinzu.

Wenn du zu wenig isst, verlierst du nicht nur Fett, sondern vor allem auch Muskeln. [9, 10]

Der Grund liegt (wieder einmal) in einer grundsätzlich logischen Funktionsweise deines Körpers: Muskeln sind zwar wichtig für deine Leistungsfähigkeit und Bewegung, jedoch werden diese nicht zwingend benötigt, um zu überleben.

Aus diesem Grund zehrt dein Körper in Phasen, in denen du sehr wenig isst, nicht nur von den Fettreserven, sondern auch von deinen Muskeln.

Aber warum ist das ein Problem?

Zugegeben: Auf den ersten Blick haben Muskeln nicht direkt etwas mit einer Gewichtszunahme zu tun.

Auf den zweiten Blick hingegen schon.

Ein Kilogramm Muskelmasse verbrennt nämlich im Ruhezustand durchschnittlich 13 kcal / Tag und somit dreimal so viel wie Fettgewebe, das lediglich 4,5 kcal in der gleichen Zeit verbraucht.  [11]

Das wirkt auf den ersten Blick nicht viel.

Eine Studie aus dem Jahr 1999 zeigte jedoch, dass Probanden in einem Beobachtungszeitraum von 12 Wochen im Rahmen einer radikalen Diät (ohne Sport) zwar deutlich an Gewicht verloren, diese Reduzierung jedoch auf 69 Prozent Fett- und 31 Prozent Muskelverlust beruhte. [12]

Zwar ließ sich der Anteil an verlorener Muskulatur durch Sport deutlich reduzieren, dennoch beweist diese Studie, dass durch eine radikale Diät hohe Mengen an Muskelmasse verloren gehen und dein Grundumsatz somit deutlich sinkt.

Problematisch wird diese Entwicklung vor allem dann, wenn du wieder normal isst, ohne die verloren gegangene Muskelmasse erneut aufzubauen.

Dein Grundumsatz ist durch die fehlende Muskulatur nach der Diät deutlich geringer als zuvor. Folglich nimmst du zu. 

Der perfekte Begleiter während dem Abnehmen ist Gymondo. Wir haben die App auf Herz und Nieren geprüft. Hier erfährst du mehr (klicke).

Grund 3: Heißhungerattacken

Zunehmen trotz wenig essen? Ständige Heißhungerattacken können ein Grund dafür sein!

Wahrscheinlich jeder von uns ist schon einmal einer Heißhungerattacke zum Opfer gefallen.

Meist treten diese am Abend auf und verführen dich zu ungesunden Snacks wie Chips oder Schokolade während eines gemütlichen Fernsehabends.

Wie schwer es ist, diesen Heißhungerattacken zu widerstehen, weißt du vermutlich selbst.

Aber woher kommen sie?

Heißhunger ist eine der ersten Begleiterscheinungen, wenn du zu wenig isst.

Nahezu alle Diäten, die mit einem extremen Kaloriendefizit arbeiten, rufen solche Heißhungerattacken auf den Plan und sorgen dafür, dass du dich schlecht fühlst. Entweder, weil du nicht standhaft geblieben bist und in das Süßigkeiten-Regal gegriffen hast oder weil du krampfhaft versuchst, dieser Attacke zu widerstehen. Ein Zustand, der sich früher oder später extrem auf deine Laune niederschlägt.

Die Ursache?

Nährstoffmangel!

Im vorherigen Kapitel hast du bereits erfahren, dass deinem Körper wichtige Nährstoffe fehlen, wenn du zu wenig isst.

Heißhungerattacken sind seine Reaktion darauf.

Sozusagen die Revanche.

Dabei verursacht der Mangel verschiedener Nährstoffe unterschiedliche Gelüste, wie du nachfolgender Tabelle entnehmen kannst.

Heißhunger auf…Fehlender Nährstoff
SchokoladeMagnesium
ZuckerChrom, Kohlenstoff, Schwefel, Phosphor, Tryptophan
KohlenhydrateNitrogen
Fettiges EssenCalcium
Salziges EssenChlorid, Silicium
Hunger allgemeinTryptophan, Tyrosin

Das Tückische und Gefährliche an diesen Heißhungerattacken ist. Sie machen binnen weniger Sekunden deine gesamte Tages-Kalorienbilanz zunichte und sind einer der Gründe, warum radikale Diäten in den meisten Fällen scheitern.

Grund 4: Hormone sorgen für Gewichtszunahme

Ein weiterer Grund für eine stetige Gewichtszunahme, obwohl du wenig isst, sind die in deinem Körper befindlichen Hormone, die bedingt durch die Mangelernährung im wahrsten Sinne des Wortes verrücktspielen.

Einige dieser Hormone hast du in einem vorhergingen Kapitel bereits kennengelernt.

Eines davon werden wir nun nochmals genauer unter die Lupe nehmen, weil es entscheidend dafür verantwortlich sind, dass du zunimmst, obwohl du wenig isst.

Die Rede ist von Cortisol.

Gewichtszunahme durch Cortisol

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass Cortisol grundsätzlich kein „schlechtes“ Hormon ist.

Ganz im Gegenteil.

Das in der Nebenhirnrinde ausgeschiedene Cortisol ist die Reaktion deines Körpers auf Stress.

In den frühen Stadien der Menschheitsgeschichte war es sogar überlebenswichtig. Hier gab es viele Situationen, in denen der Mensch zum Kampf oder zur Flucht gezwungen war – beispielsweise beim Angriff eines Raubtiers wie dem Säbelzahntiger.

In genau diesen Momenten sorgte Cortisol dafür, dass binnen dem Körper weniger Sekunden genügend Energie zur Verfügung stand, um die Situation erfolgreich zu meistern.

Auch wenn heute solche Stressfaktoren in der Regel nicht mehr im Alltag eines Menschen zu finden sind, hat sich an der Funktionsweise des Hormons Cortisol zunächst nichts geändert: Auf einen Stress-Reiz schüttet das menschliche Gehirn zunächst Cortisol aus. Dadurch wird der Blutzuckerspiegel nach oben getrieben. So wird genügend Zucker (Glukose) zur Verfügung gestellt, das durch Körperzellen im Anschluss in Energie umgewandelt werden kann. [13]

Da in früheren Zeiten die bereitgestellte Energie durch eine entsprechende Flucht- oder Kampfreaktion verbrannt wurde, sank der Blutzuckerspiegel im Anschluss schnell wieder auf sein normales Niveau ab.

Bei modernen Stressfaktoren hingegen fehlt diese Flucht- oder Kampfreaktion.

Heute kämpfen wir mit psychischem und chronischem Stress. Meist auf einem Schreibtischstuhl. Ein Abbau der bereitgestellten Energie findet also nicht wirklich statt.  

Die Konsequenz liegt auf der Hand: Der Cortisol- und Blutzuckerspiegel bleibt durchgehend auf einem hohen Niveau und du nimmst zu.

Auch Nahrungsmangel oder eine Diät sind Stressfaktoren für deinen Körper.

Oder würdest du behaupten, dass du dich mit einem knurrenden Magen entspannt zurücklehnen kannst?

Eher nicht.

Wenn du also über einen längeren Zeitraum zu wenig isst, setzt du deinem Körper einem durchgehenden Stressfaktor aus – sowohl psychisch, wie auch physisch.

Die Folge liegt auf der Hand.

Aufgrund des hohen Cortisol- und Blutzuckerspiegels ist das Abnehmen schlichtweg unmöglich. [14]

Grund 5: Krankheiten

Leider lässt sich eine Gewichtszunahme trotz wenig essen nicht immer mit (natürlichen) Reaktionen deines Körpers begründen.

Auch Krankheiten können dafür verantwortlich sein.

Insbesondere dann, wenn du dich beim Abnehmen eigentlich gut fühlst und weder über Hunger noch über Stress klagst, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen und die Problematik mit ihm besprechen, wenn du eher zunimmst anstatt ab.

Woran erkenne ich, dass ich zu wenig esse?

Getrieben von dem Wunsch, endlich die Traumfigur zu erreichen, lassen sich leider viele Frauen und Männer dazu verleiten, deutlich zu wenig zu essen und den eigenen Körper so erheblichen Gefahren auszusetzen.

Gehöre du bitte nicht dazu!

Wie du gesund und langfristig abnehmen kannst, verraten wir dir im nächsten Kapitel.

An dieser Stelle haben wir zunächst die wichtigsten Warnzeichen deines Körpers gesammelt. Wenn du eines dieser Warnzeichen bei dir selbst feststellen solltest, kann das darauf zurückzuführen sein, dass du deutlich zu wenig ist.

Warnzeichen 1: Dein Kaloriendefizit ist deutlich zu groß

Das ist zwar kein Warnzeichen, das von deinem Körper ausgesandt wird, dennoch ist die Berechnung deines individuellen Kaloriendefizits ein wichtiger und aussagekräftiger Gradmesser dafür, ob du zu wenig isst.

Wie kannst du hier Fehler vermeiden?

Berechne im ersten Schritt mithilfe des GesundePfunde Kalorienrechners zunächst deinen täglichen Energiebedarf. Im Anschluss solltest du diesen Bedarf mit der durch die Nahrung zugeführten Energiemenge vergleichen.

Wenn die Differenz größer als 300-400 Kalorien ist, solltest du dringend etwas ändern.

Tipp: Unser Kalorienrechner zeigt dir bereits an, wie dein optimales Kaloriendefizit aussieht.  

Gewichtszunahme trotz Diät? Dann ist dein Kaloriendefizit wahrscheinlich zu groß. Unser Kalorienrechner zeigt dir dein gesundes Kaloriendefizit an.

Warnzeichen 2: Du fühlst dich schlapp und energielos

Du solltest deinem Körper die Kalorien zuführen, die zu deinem Aktivitätslevel und deinem Grundumsatz passen.

Tust du das nicht, wirst du dich schlapp und energielos fühlen.

Eines der sichersten Warnzeichen dafür, dass du zu wenig isst.

Warnzeichen 3: Brüchige Nägel und Haarausfall

Wenn dein Körper nicht genügend Vitamine und Nährstoffe erhält, zeigt sich das relativ schnell an brüchigen Fingernägeln und Haarausfall.

Warnzeichen 4: Extreme Stimmungsschwankungen

Extreme Schwankungen des Blutzuckerspiegels können zu Stimmungsschwankungen führen.

Das wurde zumindest im Rahmen einer Studie herausgefunden. [15]

Und gerade, wenn du deutlich zu wenig isst, schickst du deinen Blutzuckerspiegel auf Achterbahnfahrt.

Endlich: Abnehmen mit Plan und Freude!

Der bewährte Profi-Abnehmplan, den unsere Ernährungsberater für dich entwickelt haben, ist für kurze Zeit gratis erhältlich! Die glasklare Anleitung, um ohne Heißhunger oder Jojo-Effekt endlich dein Wunschgewicht zu erreichen! Ein Must-have!

Gesund abnehmen ohne Hunger – so geht’s

Wir haben nun sehr detailliert beschrieben was passiert, wenn du versuchst, auf die falsche Weise abzunehmen und zu wenig isst.

Die deutlich bessere und vor allem gesündere Lösung?

Erzeuge ein Kaloriendefizit, das nicht zu groß ist, vertraue auf die richtigen Lebensmittel und sorge für ausreichend Bewegung.

Zugegeben wirst du auf diese Weise keine 5 Kg in 2 Wochen verlieren. Der Gewichtsverlust ist jedoch deutlich nachhaltiger und mit weniger Belastungen für deinen Körper verbunden.

Die optimale hierbei Unterstützung liefert unser kostenloser Ernährungsplan, den unsere Ernährungsberaterin für dich entwickelt hat und den du hier herunterladen kannst.

Wir würden uns freuen, wenn du mit uns gemeinsam dein Traumgewicht erreichst!

Quellennachweis

[1] Weyer C, Vozarova B, Ravussin E, Tataranni PA. Changes in energy metabolism in response to 48 h of overfeeding and fasting in Caucasians and Pima Indians. Int J Obes Relat Metab Disord. 2001 May;25(5):593-600. doi: 10.1038/sj.ijo.0801610. PMID: 11360139.

[2] DACH-Referenzwerte, abgerufen bei der Schweizer Gesellschaft für Ernährung am 20.12.2020

[3] Die Folgen von Nährstoffmangel, abgerufen am 20.12.2020

[4] Webber J, Macdonald IA. The cardiovascular, metabolic and hormonal changes accompanying acute starvation in men and women. Br J Nutr. 1994 Mar;71(3):437-47. doi: 10.1079/bjn19940150. PMID: 8172872.

[5] Bouchard C, Tremblay A, Després JP, Nadeau A, Lupien PJ, Thériault G, Dussault J, Moorjani S, Pinault S, Fournier G. The response to long-term overfeeding in identical twins. N Engl J Med. 1990 May 24;322(21):1477-82. doi: 10.1056/NEJM199005243222101. PMID: 2336074.

[6] Josephine Connolly, Theresa Romano, Marisa Patruno, Effects of dieting and exercise on resting metabolic rate and implications for weight management, Family Practice, Volume 16, Issue 2, April 1999, Pages 196–201, https://doi.org/10.1093/fampra/16.2.196

[7] Molé PA. Impact of energy intake and exercise on resting metabolic rate. Sports Med. 1990 Aug;10(2):72-87. doi: 10.2165/00007256-199010020-00002. PMID: 2204100.

[8] Bi X, Forde CG, Goh AT, Henry CJ. Basal Metabolic Rate and Body Composition Predict Habitual Food and Macronutrient Intakes: Gender Differences. Nutrients. 2019;11(11):2653. Published 2019 Nov 4. doi:10.3390/nu11112653

[9] Ross R, Dagnone D, Jones PJ, Smith H, Paddags A, Hudson R, Janssen I. Reduction in obesity and related comorbid conditions after diet-induced weight loss or exercise-induced weight loss in men. A randomized, controlled trial. Ann Intern Med. 2000 Jul 18;133(2):92-103. doi: 10.7326/0003-4819-133-2-200007180-00008. PMID: 10896648.

[10] Weiss EP, Racette SB, Villareal DT, Fontana L, Steger-May K, Schechtman KB, Klein S, Ehsani AA, Holloszy JO; Washington University School of Medicine CALERIE Group. Lower extremity muscle size and strength and aerobic capacity decrease with caloric restriction but not with exercise-induced weight loss. J Appl Physiol (1985). 2007 Feb;102(2):634-40. doi: 10.1152/japplphysiol.00853.2006. Epub 2006 Nov 9. PMID: 17095635; PMCID: PMC4376253.

[11] https://www.popsugar.co.uk/fitness/Muscle-Burns-More-Calories-Than-Fat-44896555, abgerufen am 22.12.2020

[12] Kraemer WJ et al.: „Influence of exercise training on physiological and performance changeswith weight loss in men“, (1999) J Appl Physiol 83(1):270-279.

[13] Owen OE, Cahill GF Jr. Metabolic effects of exogenous glucocorticoids in fasted man. J Clin Invest. 1973 Oct;52(10):2596-605. doi: 10.1172/JCI107452. PMID: 4729053; PMCID: PMC302520.

[14] Dr. Jason Fung, Die Schlankformel, ISBN-10 : 3742300989

[15] Glucose and intimate partner violence

Brad J. Bushman, C. Nathan DeWall, Richard S. Pond, Michael D. Hanus Proceedings of the National Academy of Sciences Apr 2014, 111 (17) 6254-6257; DOI: 10.1073/pnas.1400619111

Das könnte dich auch interessieren…

5 Gedanken zu „Stetige Gewichtszunahme trotz wenig Essen und Kaloriendefizit: 4 häufige Gründe und was du sofort dagegen tun kannst“

  1. Leider ist mir ein Fehler auf Ihrer Seite aufgefallen.
    Sie schreiben, dass man bei einem Blutzuckerwert unter 50mg/dl von einer HYPERglykämie spricht. Allerdings spricht man an dieser Stelle von einer HYPOglykamie (Unterzuckerung).

    Antworten
      • Der Artikel ist in einigen Bereichen nicht sehr fundiert.

        So ist es beispielsweise eine Tatsache, dass der Körper nur Fett ‚verbrennt‘, wenn der Insulin Spiegel NIEDRIG ist. Der Artikel suggeriert aber, auch wenn es hier wahrscheinlich eher um wirkliche Unterzuckerung geht, dass ein niedriger Insulinspiegel nicht gut sei. Fakt ist jedoch, dass ein gesunder Mensch NICHT schnell in eine Unterzuckerung gerät, sogar bei Tagelanger Nulldiät nicht. Was wir jedoch in diesem Zusammenhang als Unterzuckerung interpretieren, ist der STRESS (Cortisol und Adrenalin Ausschüttung), weil der Körper schnelle Energie möchte, statt an die Fettpolster zu gehen.

        Ehe es aber zu einer echten Unterzuckerung kommt, produziert unsere Leber Glucose aus den eigenen Glycogenspeichern und setzt so Ketonkörper frei, die den Blutzucker wieder ANHEBEN.

        Ein stetig hoher Insulinspiegel verhindert also, dass wir abnehmen. Deswegen funktioniert Intervall Fasten so gut. Weil der Blutzucker dabei tatsächlich runter kommt, die Glycogenspeicher geleert werden und der Körper deshalb ans Fett MUSS, um Energie zubekommen.

        Das dieser Prozess zunächst ungewöhnlich für unseren Körper ist und kurzzeitig Stress auslöst stimmt. Allerdings kommt genau das der eigentlichen Essnatur am nächsten, da unser Organismus nicht darauf ausgelegt ist, ständig zu verdauen. Dabei können sich Zellen nicht gut erneuern, wir werden dick und altern schneller.

        Dauerhaft zuwenig essen ist nicht gut und ungesund. Die eigentlichen Mechanismen werden in dem Artikel aber falsch dargelegt.

        Kurzgesagt ist es so, dass es vor allem auf längere Pausen zwischen den Mahlzeiten ankommt, und zusätzlich auf die Zusammensetzung der Nahrung (Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Fette, Eiweiße)

        Antworten

Schreibe einen Kommentar

Endlich: Abnehmen mit Plan und Freude!

Der bewährte Profi-Abnehmplan, den unsere Ernährungsberater für dich entwickelt haben, ist für kurze Zeit gratis erhältlich! Die glasklare Anleitung, um ohne Heißhunger oder Jojo-Effekt endlich dein Wunschgewicht zu erreichen! Ein Must-have!

Garantiert sofort umsetzbar!